Liebe am Arbeitsplatz: Karrierechance oder Job-Flop?

Liebe ist etwas Wunderschönes, kompliziert wird es jedoch, wenn die Liebe am Arbeitsplatz beginnt.


Eine unverfängliche Berührung am Arm, während man auf seinen Kaffee wartet, das gemeinsame Mittagessen in der Kantine oder die zweideutige E-mail, die so gar nicht zu den üblichen Geschäftsformalitäten passen will – schnell wird aus einer normalen Arbeitsbeziehung mehr, aus Arbeitnehmer werden Verliebte und schließlich Partner. Wenn sich das Kribbeln in der Magengegend nicht mehr länger verleugnen lässt, ist Handeln angesagt. Aber wie geht man richtig vor, wenn die Liebe am Arbeitsplatz Einzug gehalten hat?

Büro als Singlebörse
Fast 40 Prozent aller Arbeitnehmer hatten schonmal eine Affaire im Job. Nahezu jeder zweite Mann war Umfragen zufolge bereits einmal in seine attraktive Kollegin verliebt.
Der Arbeitsplatz ist neben dem Freundeskreis und der Ausbildungsstätte die drittgrößte Partnerbörse. Bis zu 35 Prozent aller Ehen nehmen hier ihren Ursprung. Und das ist gar nicht so verwunderlich: Man teilt ähnliche Interessen und weist einen entsprechenden Bildungsstand auf – ideale Voraussetzungen für eine dauerhafte Beziehung. Zudem herrscht im Büro so etwas wie erzwungene Intimität. Man verbringt immerhin mindestens acht Stunden täglich miteinander und das auf engstem Raum. Arbeitnehmer lernen sich besser kennen als das bei einem schnellen Date
in der Bar jemals möglich wäre.

Vor- oder Nachteil?
Für jeden Chef sind frisch verliebte Mitarbeiter ein Traum. Sie sind besser gelaunt, stärker motiviert und übernehmen allzu gerne Zusatzaufgaben. Am Wochenende arbeiten, gar kein Problem, solange „Schatz“ auch im Büro ist. Studien haben ergeben, dass gemischte Teams meist produktiver und erfolgreicher sind als reine Männer- oder Frauenbüros.

Probleme vorprogrammiert
Doch ganz so einfach bleibt eine Beziehung am Arbeitsplatz leider in den seltensten Fällen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht ist Liebe im Büro immer eine äußerst heikle Angelegenheit. So sind beispielsweise eine Anzeige wegen sexueller Belästigung oder sogar eine Kündigung möglich. Um keine Konflikte heraufzubeschwören, sollten Sie sich einige Regeln auferlegen.

  • Vermeiden Sie Liebschaften in derselben Abteilung 
  • Gehen Sie, wenn möglich, niemals eine Beziehung mit einem Vorgesetzten oder direkten Untergebenen ein, denn das Spiel mit der Macht ist für beide Seiten immer gefährlich 
  • Verheiratete sind tabu, egal, ob Probleme bekannt sind; nur wer tatsächlich geschieden ist, darf angeflirtet werden

Liebe am Arbeitsplatz: Offenlegen oder geheimhalten?
Wenn die Liebe noch frisch ist, sollten Sie sie lieber geheimhalten, um keinen unnötigen Klatsch zwischen den Kollegen zu beschwören. Wenn jedoch für jeden offensichtlich ist, dass sie mehr sind als nur Arbeitskollegen, ist es besser, die neue Partnerschaft offenzulegen. Das heißt aber nicht, dass Sie fortan nonstop im Büro knutschen dürfen, denn den meisten ist eine solche offene Liebesbekundung unangenehm. Auch der Kosename gehört nicht ins Büro. Wenn es zu ersten Meinungsverschiedenheiten kommt, dürfen diese unter keinen Umständen am Arbeitsplatz ausgetragen werden.