Holzarten erklärt: Lindenholz

Die Linde besitzt ein breites Spintholz, welches weißlich-gelb bis schwach rötlich sein kann. Sie kann astfreie Schäfte von bis zu 15 Metern Länge haben. Besonders zum Schnitzen eignet sich Lindenholz hervorragend.


Lateinischer Name: Tilia. Herkunft: Mittel- und Osteuropa, bis zur Ukraine und nach Kleinasien verbreitet.

Beschreibung von Farbe und Struktur 

  • Das Splintholz ist sehr breit und weißlich-gelb bis schwach rötlich. Das Kernholz ist gleichmäßig gefärbt, häufig grünlich getönt und gestreift, und glänzt seidig. 
  • Die Struktur weist viele feine und kaum sichtbare Gefäße auf. Oft hat das Spätholz eine dunklere Fladerung oder Streifen. Die vielen sehr feinen Holzstrahlen stehen weit auseinander und bilden radial feine Spiegel mit einer Höhe von ungefähr zwei Millimetern.

Weitere Informationen

  • Die Linde ist ein sommergrüner mittelgroßer Baum, der einen Durchmesser von 50 bis 120 Zentimetern erreicht und astfreie Schäfte von bis zu 12 bis 15 Metern Höhe hat. Jedoch tritt oft eine Beulen- beziehungsweise Knollenbildung auf.
  • Es gibt ungefähr 30 Lindenarten mit vielen Kreuzungen, zum Beispiel die Rot-, Silber-, Sommer- und Winterlinde. Je nach Art und Herkunft der Linde ist das Holz unterschiedlich. So wiegt das Holz der Winterlinde beispielsweise etwa 10 Prozent mehr als das der anderen Arten. 
  • Allgemein ist Lindenholz weich und elastisch, sehr zäh, aber nicht besonders biegsam. Es schwindet stark, steht aber nach Austrocknung gut. Bei der Austrocknung muss, um die Gefahr der Verstockung zu minimieren, darauf geachtet werden, dass das Holz sofort nach dem Einschneiden liegend zur Lagerung in Schuppen transportiert wird. 

Verwendung von Lindenholz

  • Die Austrocknung verläuft langsam und das Holz hat eine Neigung zum Reißen. Die Beständigkeit der Linde muss als gering bezeichnet werden, zudem ist das Holz auch nur mäßig witterungsfest und für Insekten- und Pilzbefall anfällig. 
  • Die Verarbeitungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Arten sind gleich, das heißt es müssen keine Unterschiede berücksichtigt werden. Besonders zum Schnitzen eignet sich Lindenholz hervorragend, aber auch zum Sägen und teilweise zum Schälen. 
  • Die Oberflächenbehandlung kann ebenfalls mit allen üblichen Mitteln ausgeführt werden. Die Verwendungsmöglichkeiten sind abwechslungsreich: Als Vollholz wird das Lindenholz unter anderem für Schnitzereien, Spielwaren, Bilderrahmen, Spulen und für Reiß- und Zeichenbretter verwendet. Aber auch im Instrumenten- und Orgelbau wird es eingesetzt. Trockenfässer und Behälter werden ebenfalls aus Lindenholz hergestellt.