llegale Souvenirs: Artenschutz im Urlaub

Sie wollen ein außergewöhnliches Mitbringsel? Vorsicht, denn Sie schaden nicht nur der Tierwelt, sondern machen sich unter Umständen sogar strafbar.


Jedes Jahr packen 500 Millionen Menschen ihre Koffer und reisen ins Ausland, um sich dort an einen Traumstrand zu legen, Sehenswürdigkeiten zu erkunden und fremde Kulturen kennenzulernen. Wenn die Urlauber zurückkehren, ist ihr Gepäck gefüllt mit den skurilsten Souvenirs: Von ausgestopften Vögeln, Handtaschen aus Reptilienhaut bis hin zu Elfenbeinketten findet sich alles Denkbare und Undenkbare. Viele Menschen wissen gar nicht, dass viele dieser Mitbringsel verboten sind und nicht ins eigene Land eingeführt werden dürfen. Darüber hinaus leistet man mit dem Kauf solcher Dinge einen Beitrag zum Artensterben.

Der Dominoeffekt
Die Folgen einen solchen gedankenlosen Verhaltens sind dramatisch. Nicht nur die betreffende Tierart stirbt aus, sondern auch solche, die im selben Ökosystem leben. Biologen sprechen in diesem Zusammenhang vom Dominoeffekt oder auch von der „Coextinction“. Diese Begriffe sagen nichts anderes aus als, dass Arten voneinander abhängig sind: Wenn beispielsweise eine Beute ausstirbt, ist auch der Räuber dem Untergang geweiht, denn seine Nahrungsgrundlage ist weg. Die Evolution hat es so eingerichtet, dass Pflanzen und Tiere in einem bestimmten Lebensraum aufeinander angewiesen sind. Das geht beim Kolibri sogar so weit, dass sich die Schnabelform der Tiere so entwickelt hat, dass sie nur auf eine spezielle Blütenform (Koevolution) passt.

Einnahmequelle armer Länder
Der Handel mit den verbotenen Souvenirs boomt, denn der Bedarf ist riesig. Statt einer Postkarte oder Urlaubsschnappschüssen wollen Touristen authentische Gegenstände, die es nur vor Ort gibt. Mit einem Walzahn oder Schlangenwein kann man zuhause sicher mehr Eindruck schinden als mit einer Skulptur der Sehenswürdigkeit, die man schon tausende Male auf Bildern gesehen hat.
Die Händler gehen besonders skrupellos mit der Ware Tier um, was sich verkauft, wird geliefert. Hierbei gilt die Devise: je seltener die Art, umso höher der Gewinn.
Bei Tropenhölzern kann man durchaus mit Recht argumentieren, dass kein anderer Rohstoff da ist, um das Überleben zu sichern, doch wie sieht es mit Tieren aus?

Die Augen offen halten
Wenn Sie etwas für den Artenschutz tun möchten, reicht es nicht, keine Souvenirs zu kaufen. Auch Ihr Verhalten vor Ort entscheidet darüber, ob Tiere weiterhin missbraucht werden. Essen Sie im Restaurant kein Fleisch, das von bedrohten Arten stammt. Neben dem moralischen Aspekt ist solches Fleisch auch oft Überträger gefährlicher Krankheiten (AIDS). Verzichten Sie darauf, sich mit abgerichteten Wildtieren fotografien zu lassen und meiden Zirkusse, in denen Wildtiere auftreten.