Lohas - die neue Zielgruppe

Sie kaufen gerne, sie kaufen Bio und sie sind positiv eingestellt - die Lohas!


Umweltbewusste Menschen in Bio-Latschen, Hornbrille, Wollponcho und mit einer Tüte Gemüse unter dem Arm wurden früher mit spöttischem Unterton als “Öko” verschrien. Und wenn man mal an diese Zeit zurück denkt, dann muss auch der biofreundlichste Mensch mittlerweile feststellen, dass diese Ökos von damals wirklich etwas Verschrobenes an sich hatten. Kaum zu glauben, dass bei einem selbst hin und wieder das ein oder andere Bio-Produkt im Einkaufswagen landet. Oder dass sogar bei vollem Bewustsein zu Biobaumwolle und fair gehandelten Kaffee gegriffen wird. Zu Recht! Denn unsere Welt ist unser Lebensraum und es wird höchste Zeit, dass sich die Menschheit darüber bewusst wird, dass mit diesem Lebensraum nicht ohne weitreichende Folgen Schindluder getrieben werden darf.

Was früher Öko war, sind heute Lohas
Der Bio-Trend, wie man ihn heute nennt, ist also eigentlich das Gleiche wie der Öko-Boom einiger eigenbrötlerisch wirkender Randgruppen aus den 80er Jahren. Allerdings nur mit einem frischerem, moderneren Anstrich, sodass sich keiner mehr schämen, oder um seinen modernen Ruf bangen muss, wenn er beim Tragen von Biolatschen erwischt wird. Und heute heißt man dann auch nicht mehr Öko-Tante, sondern im besten Fall Loha. Klingt doch auch viel schöner!

Es muss Bio sein
Der Loha an sich ist eine Wortneuschöpfung aus Amerika. Genau wie der Hippie, Yuppie und Snob bezeichnet Loha eine neue Gesellschaftsgruppe, die starke Kaufkraft besitzt und auf die es dementsprechend einzugehen gilt. Loha bedeutet im Detail „Lifestyle of Health and Sustainibilty“. Grob übersetzt kann man hinter diesem Begriff einen Lebensstil finden, der sich durch die Prioritäten Gesundheit und Nachhaltigkeit auszeichnet. Lohas sind Individuen, die sich dem Bio-Lifestyle verschrieben haben. Sie kaufen Bio-Lebensmittel. Sie tragen Öko-Textilien und bevorzugen Naturkosmetik. Egal, was sie kaufen, sie achten auf Inhalte und Umweltverträglichkeit. Von der Tischdecke bis hin zum Putzmittel – am besten Bio!

Die Lohas Gruppe wird immer größer
Die Medienbranche schätzt, dass in den USA schon 30 Prozent der Konsumenten der Lohas-Gruppe angehören und der Trend scheint weiter zu gehen. Auch in Deutschland lässt sich ein Anstieg der Absätze von Bio-Produkten bemerken, auf den fast alle Branchen reagieren. Denn ein Lohas-Verbraucher ist dem Konsum gegenüber nicht negativ eingestellt. Er tut sich trotzdem noch etwas Gutes und strömt en masse in die Kaufhäuser – allerdings mit einem ganz anderen Blick. Er möchte ohne schlechtes Gewissen genießen können. Die Medienbranche findet diesen Trend positiv und reagiert mit speziell auf diese Zielgruppe abgestimmte Werbungen und Kampagnen.

Kampf den Lovos!
So kommt man leicht zu dem Schluss, dass der heutige Loha nicht mit einem Öko-Hippie von damals zu vergleichen ist. Doch auch für diesen eher negativ eingestellten Menschen gibt es, frisch aus den Staaten, einen neuen Namen: Lovos. Lovos ist eine Randgruppe, die längst nicht so viele Anhänger umschließt wie der Begriff Lohas. Denn Lovos verweigern sich dem Konsum in Teilbereichen ganz und haben sich keine Alternativen in der Produktvielfalt gesucht.