Lohnpfändung – Ursachen, Ablauf und Hinweise für Betroffene

Wie man bei einer Lohnpfändung am besten mit der Situation umgeht, erfahren Sie hier.


Die Lohnpfändung ist eine unangenehme Angelegenheit, die Sie allerdings nicht in jedem Fall über sich ergehen lassen müssen. Der Grund für eine Lohnpfändung kann im Regelfall sein, dass der Gläubiger einen Titel beim Amtsgericht erwirkt hat. Hierbei kann es sich um einen Vollstreckungsbescheid, ein notarielles Schuldanerkenntnis mit Unterwerfung unter die Zwangsvollstreckung, ein Gerichtsurteil oder einen gerichtlichen Vergleich mit Rechtskraftvermerk handeln. Für Sie ist es wichtig verschiedene Dinge zu beachten, sobald eine Lohnpfändung eintritt:
Bei der ersten Abrechnung über den Arbeitgeber nachrechnen, ob hierbei alles berücksichtigt wurde (zum Beispiel ob die Kinder berücksichtigt wurden), dann in der Pfändungstabelle nachschauen und eventuelle Unklarheiten mit dem Personalbüro abklären und außerdem beim Arbeitgeber eine Kopie der Pfändung besorgen und prüfen, ob die Forderung zu Recht besteht.

Die Lohnpfändungstabelle
In dieser Tabelle ist für Sie ersichtlich welcher Betrag Ihnen bei einer Lohnpfändung abgezogen werden darf. Berücksichtigt wird hierbei auch, ob es unterhaltspflichtige Personen gibt. Ein gewisser Freibetrag steht jedem Schuldner zu. Wer bis zu diesem Betrag ein Gehalt oder Lohn bezieht, braucht keine Angst vor einem Abzug zu haben. Beispiel für das Jahr 2011: Lohn/Gehalt bis 989,99 Euro für Alleinstehende ist frei, alles darüber wird abgezogen. Bei Lohn/Gehalt bis 1.359,99 Euro sowie einem Kind, wird ebenfalls kein Betrag in Abzug gebracht.

Die private Insolvenz
Ein weiterer Grund für die Lohnpfändung kann die private Insolvenz sein. Jedoch ist es hierbei am einfachsten mit dem zuständigen Insolvenzverwalter zu sprechen, sodass die Schuldenangelegenheit intern geklärt wird und nicht über den Arbeitgeber gehen sollte. So reichen Sie Ihre Lohnabrechnungen bei Ihrem Insolvenzverwalter ein und dieser errechnet den pfändbaren Betrag den Sie selbstständig auf ein angegebenes Konto überweisen. Dies sollte aber auch im vorhinein mit dem Insolvenzverwalter abgeklärt werden.

Sonderfall Lohnabtretung
Die Lohnabtretung ist eine sehr beliebte Vorgehensweise von diversen Kreditinstituten, denn sie wird regelmäßig von Schuldner bei der Aufnahme von Konsumentenkrediten verlangt. Um diese Lohnabtretung beim Arbeitgeber vorzulegen, brauchen die Kreditinstitute neben einem zweimonatigen Ratenrückstand keine weiteren Voraussetzungen. Die Kreditinstitute legen die Abtretung lediglich per Post dem Arbeitgeber vor und veranlassen die Lohnabtretung des pfändbaren Betrages. Hierbei erhält der Schuldner in der Regel auch keine Nachricht des Gläubigers und erhält auch keinen Vollstreckungsbescheid, da er seine Einwilligung bei Antragsstellung bereits erteilt hat. Für diesen Fall haben bereits einige Firmen vertraglich oder in einer Betriebsvereinbarung Zahlungen auf Abtretungen für alle Mitarbeiter ausgeschlossen. Die „Lohnpfändung“ wäre somit unwirksam.