Macht Senf dumm?

Macht Senf dumm oder kann man ohne Bedenken seine Bratwurst darin tunken?


Senf bietet eine schiere Fülle an Möglichkeiten; ob es nun das Würstchen oder die legendäre Senfsoße ist, der pikante Scharfmacher findet in der deutschen Küche zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten. Es sind über 40 verschiedene Arten bekannt, jede für sich genommen besonders und einzigartig. Sowohl Schärfegrad als auch Konsistenz variieren von Senf zu Senf. Doch auch das Innenleben des Gewürzes ist eine nähere Untersuchung wert. Aber macht Senf dumm?

Senföle nicht nur in Senf enthalten
Die Aussage "Senf macht dumm" beruht schlicht auf einer Namensverwechslung. Die ätherischen (Senf-) Öle, die dem Senf seine charakteristische Schärfe verleihen, nennt man Isothiozyanate. Auch Meerrettich, Kresse und Kapern enthalten Anteile dieses Inhaltsstoffes. Daneben gibt es aber auch die sogenannten cyanogenen Senföle. Trotz der Namensgleichheit finden sich diese speziellen Öle nicht im Senf, sondern sind vor allem in Bittermandeln und Bambussprossen enthalten. Diese Senföle, im Übermaß genossen, haben durchaus das Potenzial, das Gehirn zu schädigen. Der Körper wandelt es zu Blausäure um, hohe Dosen dieser Substanz sind sogar lebensbedrohlich.

Positive Eigenschaften von Senf
Die ebenfalls in Senf enthaltenen Glucosinolate sind für die verschiedenen positiven Eigenschaften des Gewürzes verantwortlich. So gilt Senf als verdauungs- und appetitfördernd. Nach einem deftigen Mahl entspannt es und entlastet den Magen- und Darmtrakt. Aber auch zur äußeren Anwendung kann Senf verwendet werden. Besonders dann, wenn eine starke Durchblutung der Haut gewünscht ist, kommen Senfpflaster und –wickel zum Einsatz. Die in Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sollen sogar Krebs vorbeugende und antibakterielle Wirkungen haben. Wissenschaftlich nachgewiesen ist dies bisher aber noch nicht.