Mäusedorn: Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum

Ruscus aculeatus, der Mäusedorn, die wassertreibende Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum hilft seit der Antike auf natürliche Weise gegen Venenleiden und schwere Beine.


Die Heilwirkung des Mäusedorns, die den Menschen der Antike und des Mittelalters schon wohl bekannt war, geriet über die Jahre mehr und mehr in Vergessenheit. Lange Zeit verwendete man die Blätterbüschel des immergrünen Gewächses als Topfreiniger, aß seine jungen Triebe als spargelähnliches Gemüse, die gerösteten Samen dienten gar als Kaffee-Ersatz. Bestenfalls nutzte man die Zweige des halbhohen Strauches noch wegen ihrer hübschen Blätter und leuchtend roten Beeren in Blumenarrangements und Trockengestecken. Doch der Ruscus aculeatus kann weitaus mehr.

 

Wirkungsweise des Mäusedorn

  • Zu Heilzwecken verwendet werden hauptsächlich Extrakte aus dem Wurzelstock der Pflanze. Diese besitzen eine gefäßabdichtende Wirkung und sorgen dafür, dass sich die Venen verengen. 

 

  • Mäusedorn-Extrakt wird daher zur begleitenden Behandlung bei Krampfadern, also bei chronisch venöser Insuffizienz empfohlen. Die typischen Symptome dieses Krankheitsbildes, wie Schmerzen, Juckreiz und Schweregefühl in den Beinen, werden durch die Anwendung der Pflanzenextrakte durchaus gemindert. 

 

  • Allerdings setzt die schmerzlindernde Wirkung erst nach und nach ein. Da die typischen Symptome der venösen Insuffizienz besonders in der warmen Jahreszeit auftreten, ist es daher ratsam, schon einige Woche vorher mit der Zusatzbehandlung zu beginnen.

 

Wichtiges und Wissenswertes über den Mäusedorn

  • Über die Anwendung von Ruscus aculeatus liegen nur wenig Langzeitstudien vor. Es wird daher geraten, während Schwangerschaft und Stillzeit entsprechende Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Auch bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder Verschlimmerung bestehender Symptome, ist unverzüglich ärztlicher Rat einzuholen.

 

  • Als mögliche Nebenwirkungen werden in seltenen Fällen Magenbeschwerden beschrieben. Generell gelten Ruscus-Präparate allerdings als sehr verträglich und werden von vielen Menschen besser vertragen als Rosskastanien-Produkte.

 

  • Zu den Inhaltsstoffen der auch als Stachelmyrte bekannten Pflanze gehören Harze, Gerbstoffe und ätherische Öle. Präparate aus Mäusedorn sind in Form von Tees, Cremes oder Kapseln im Handel erhältlich. Die Pflanze kann allerdings auch selbst angebaut, und die entsprechenden Pflanzenteile frisch verarbeitet werden.

 

  • Der Anbau des anspruchslosen Gewächses ist einfach. Es kann aus Samen selbst im Topf gezogen werden. Die Keimzeit beträgt allerdings bis zu einem Jahr. Zeigen sich erste, kräftige Pflanzentriebe kann der Mäusedorn im Frühsommer ins Freie gepflanzt werden. Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius sind für die immergrüne Heilpflanze kein Problem.