Magarine oder Butter

Ist die pflanzlich hergestellte Margarine tatsächlich besser als Butter?


Einmal im Jahr feiern sich die deutschen Butterbrotliebhaber selbst. Da wird die blaue oder grüne Tupperdose hervorgeholt und das kostbare Stück erstmal in Ruhe betrachtet. Besondere Exemplare der Kultstulle- etwa die Kombination aus fruchtiger Erdbeermarmelade und deftigem Käse- ernten bedächtiges Schweigen und ehrfurchtsvolle Blicke. Es ist eine stille Hommage an den beliebtesten Pausensnack der Welt. Genussvoll beißen die Butterbrotfans in das saftige Brot. Einige haben gar ihre Augen geschlossen, denn man möchte seine geheimen Sehnsüchte nicht allzu offen zeigen. Sogar Bäcker sind der Versuchung des deutschen Brotes erlegen. Immer mehr Backstuben beteiligen sich an der Aktion „Tag des Deutschen Butterbrotes“.  Die Magarine macht der Butter jedoch immer mehr Konkurrenz. Doch welche von beiden ist bekömmlicher und hat weniger Kalorien?

Butter- ein gutes Stück Heimat
Traditionalisten und besagte Fans schwören auf den klassischen Brotbelag Butter. Sie hat, ungeachtet aller kritischen Äußerungen viele Vorteile, sie ist der ideale Sattmacher. Grund sind die kurzkettigen Fettsäuren, die schnell aufgespalten werden können und so zügig Energie liefern. Butter ist ebenso reich an Vitamin D, das für viele Stoffwechselprozesse benötigt wird. Nun zu den Nachteilen: Butter hat aufgrund der enthaltenen tierischen Fette einen relativ hohen Cholesteringehalt und birgt somit die Gefahr, dass sich die Arterien mit Ablagerungen verstopfen, besonders die zum Herz führenden Blutgefäße sind betroffen. Die Langzeitfolge ist Herzinfarkt. Außerdem sollten generell tierische Fette nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen, da sie im Verdacht stehen, der Gesundheit nicht zuträglich zu sein.

Margarine - Künstliches für Diätfreunde
Die von Napoleon angestoßene Billigvariante des Brotaufstrichs soll vor allem eines leisten: Sie sollte die gesunde Alternative zur traditionellen Butter sein. Anstatt tierischer Fette enthält Margarine viele pflanzliche Öle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper selbst nicht bilden kann, und nur sehr wenig Cholesterin. Es gibt aber viele Hinweise, dass auch Margarine koronare Herzerkrankungen begünstigt. Grund sind die sogenannten Transfettsäuren. Diese künstlichen Fette entstehen durch den aufwendigen Verarbeitungsprozess, denn die Pflanzenfette müssen gehärtet werden, um in der Margarine Verwendung zu finden. Nach dem Genuss eines Margarinebrots zeigt ein Blick in den Körper, was passiert: das „böse“ LDL Cholesterin steigt an, während das „gute“ HDL Cholesterin reduziert wird. Aber gerade das ist für unseren Organismus so wichtig, da es bereits vorhandene Ablagerungen aufnimmt und abtransportiert. Auch das Mehr an Zusatzstoffen, hier vor allem Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe hinterlassen einen üblen Nachgeschmack.

Vergleich:  Wer schneidet besser ab?
Eines vorweg: Margarine ist keineswegs fettärmer als Butter, die Menge an Kalorien beider Produkte ist so gut wie identisch. Beide enthalten einen durchschnittlichen Fettanteil von etwa 80 Prozent, lediglich Halbfettmargarine liegt mit 40 Prozent deutlich darunter. In der Küche hat Butter den klaren Vorteil: Sie kann sowohl beim Backen, Kochen und Braten vielseitig verwendet werden. Nur sie bringt den einzigartigen Geschmack in das Essen. Bei einem hohen Cholesterinspiegel sollte jedoch vermehrt auf die pflanzliche Streichvariante zurückgegriffen werden. Ernährungswissenschaftler empfehlen, egal wie die persönlichen Vorlieben im Einzelfall auch aussehen mögen, eine sparsame Anwendung. Wenn man beispielsweise einen fettreichen Wurstbelag wählt, sollte man einen weiteren Aufstrich in Form von Butter oder Margarine vermeiden. Letztlich bleibt jedem selbst überlassen, was er sich auf Brot schmiert, denn bekanntlich lässt sich ja über Geschmack sowieso nicht streiten.