Magersucht - Eine krankhafte Essstörung

Mittlerweile erkranken nicht mehr nur Frauen an Magersucht. Auch viele junge Männer verfallen dem Schlankheitswahn. Zur Behandlung dieser Krankheit muss sich der Betroffene zunächst eingestehen, dass er krank ist


Bei der Magersucht handelt es sich wie bei der Bulimie um eine extreme Essstörung, die im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen kann. Besonders Mädchen im Alter zwischen 12 – 20 Jahren gelten als besonders gefährdet, an der Essstörung zu erkranken. Alarmierend sind die neuen Zahlen der Jungen und jungen Männer, die ebenfalls an Magersucht leiden. Damit ist die Magersucht längst keine geschlechtsspezifische Krankheit mehr.

 

Auslöser und Ursachen

Die Ursachen, die eine Anorexia nervosa auslösen, sind unterschiedlich zu betrachten. Manche Teenager gaben auch an, dass sie aufgrund eines überzogenen Schönheitsideals und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Druck hungerten. Aber auch andere Ursachen können eine Anorexia nervosa verursachen.

Magersucht ist eine Krankheit

Die Magersucht ist daher eine Krankheit, die heutzutage nicht mehr unterschätzt werden sollte. Sie hat längst alle Schichten unserer Gesellschaft durchzogen. Eine deutliche Zunahme ist vor allem in den westlichen Industrieländern zu verzeichnen. Besonders bei Kindern, die aus geordneten Verhältnissen kommen und einer Mittelschicht angehören, die sich stark über Leistung und Konsumgüter definiert, tritt die Krankheit zunehmend auf. Gerade Schüler, die besonders gute Zensuren nach Hause bringen, können an einem ungesunden Wahn an Perfektionismus leiden, der sich auch das Essverhalten überträgt. Nur nicht zu dick sein, lautet die Devise. 

Bei Esstörung: Gestörtes Selbstbild
So haben die Betroffenen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Selbstbild. Bei manchen ist durch das extreme Leistungsdenken das eigene Körperempfinden aus dem Gleichgewicht geraten. So sagen Magersüchtige von sich selbst, sie seien immer noch als zu dick, selbst wenn die Waage lange schon ein anderes Resultat anzeigt. Bei manchen Heranwachsenden ist Angst der Auslöser für die Krankheit. Dazu gehören Ängste vor dem Erwachsen werden, und der damit verbundenen körperlichen Verwandlung. Andere Jugendliche reagieren mit der Magersucht auf innerliche Konflikte oder solche, die in der Familie herrschen. In nur sehr seltenen Fällen hat das Auftreten von Magersucht biologische Ursachen.

Was kann man tun, damit sich ein Betroffener nicht zu Tode hungert?

Im ersten Schritt muss sich der Betroffene eingestehen, dass er krank ist und nun wirklich Hilfe braucht. Der Wille dazu, sich helfen zu lassen, muss da sein. Nur so kann langsam ein normales Verhältnis zu sich selbst und seinem Körper wieder hergestellt werden. Für eine weitere Therapie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So sollte zunächst erst einmal der Hausarzt ins Vertrauen gezogen werden. Dieser kann dann zusammen mit dem Magersüchtigen weitere Schritte besprechen und einleiten. Eventuell ist psychologische Unterstützung notwendig. Entweder in Form einer Einzel- oder auch Gruppentherapie. Manchen liegt es viellicht mehr, in einer Selbsthilfegruppe über die Krankheit zu reden und dabei auf Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht. Der gegenseitige Austausch kann manchmal auch helfen.

 

Manchmal hilft eine Therapie
In dringenden Fällen, bei denen die Magersucht schon so weit fortgeschritten ist, dass sie extreme Auswirkungen auf die Gesundheit hat, hilft meist nur noch ein stationärer Aufenthalt, um den Patient vor dem Tod zu bewahren. Hier sollte auch nicht gezögert werden. Anschließend kann versucht werden, durch eine ambulante Therapie eine Heilung zu erzielen. Hier beraten meist ein Arzt, ein Psychologe und ein Ernährungsberater den Magersüchtigen. Es wird versucht, sowohl die psychische als auch physische Gesundheit des Betroffenen wieder herzustellen, um den Kranken dazu zu bewegen, ein normales Verhältnis zu sich und seinem Körper zu entwickeln. Dies ist der erste Schritt in Richtung Genesung, einer gesunden Einstellung zu seinem eigenen Körper und der täglichen Nahrungsaufnahme.