Maibaum aufstellen: Symbol für Fruchtbarkeit

Es gilt als Fruchtbarkeitssymbol, dass wir aus Tradition einen Maibaum aufstellen. Bis heute hat sich dieser Brauch durchgesetzt, obwohl die Geschichte und Bedeutung vielen nicht bekannt sind.


Der Mai erfreut uns mit blühenden Bäumen und einer zunehmenden Sonneneinstrahlung, die die Produktion von Endorphinen im menschlichen Körper auslöst und für gute Laune sorgt. Der Frühling hat Einzug gehalten, was unter anderem die bevorstehende Nacht vom 30. April zum 1. Mai, die auch als Walpurgisnacht bekannt ist, markiert. Sie kündet vom offiziellen Frühjahrsanfang und wie bereits unsere Vorfahren im Mittelalter begrüßen auch wir den Lenz mit einem ausgelassenen Tanz in den Mai. Doch auch andere Maibräuche gehören zum Fest dazu, so etwa die Tradition, dass wir einen Maibaum aufstellen.

Einen Maibaum aufstellen: Die Feierlichkeiten

  • Dieser Brauch geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zumeist wird eine Birke als Maibaum auserkoren, weil sie Ähnlichkeit mit einem jungen Mädchen hat, dessen Weiblichkeit erwacht und zur vollen Pracht aufblüht. In manchen Orten ist es dagegen üblich, eine Tanne oder Fichte als Maibaum aufzustellen. 
  • Das Aufstellen des Baumes wurde festlich zelebriert. Nachdem ein Baum als Schönster im Dorf auserkoren und zum Maibaum gekürt wurde, ging es daran, diesen ohne jegliche technische Hilfsmittel mitten im Dorfplatz zu platzieren. Stand der Maibaum letztlich, begann das eigentliche Fest, bei dem man um den Maibaum tanzt und das Erwachen der Natur besingt. 

Fruchtbarkeit

  • Der Maibaum symbolisiert Fruchtbarkeit und gilt seit jeher als eine Verbindung zwischen Erde und Himmel. Den Riten nach ragt er in das Universum hinauf und wird auch als Weltachse bezeichnet. Diese Achse wurde als eben der Ort betrachtet, an dem sich das Übersinnliche und das Weltliche treffen und miteinander in Verbindung treten. 
  • Verliebte Männer konnten aber auch kleinere Birkenzweige an die Tür ihrer Geliebten bringen oder Striche mit weißer Kreide um das Haus ihrer Auserwählten ziehen, um somit ein Liebesgeständnis abzulegen. 

Freizügigkeit

  • Weil der Tanz in den Mai als ein Fruchtbarkeitsfest galt, ließ man in dieser Nacht schon im Mittelalter der Sinnlichkeit und Sexualität freien Lauf. Bei solch einem Feiertag gehört neben Tanz und Maibowle schließlich auch die Liebe zwischen einem Paar dazu. Im Mittelalter waren die Sitten diesbezüglich bekanntermaßen recht streng, doch insbesondere in der Walpurgisnacht wurden diese Regeln übergangen und die Liebe frei und ungehemmt ausgelebt. Bis zum 16. Jahrhundert wurde auf dem Lande in dieser Nacht sogar die eheliche Treue außer Gefecht gesetzt. 
  • Was heute von den alten Bräuchen mitgenommen wird, bleibt jedem selbst überlassen. Doch Fakt ist, dass es in vielen Orten Europas zur festen Tradition gehört, dass man einen Maibaum aufstellt. Es wird getrunken, gesungen und fröhlich in den Mai getanzt – der Frühling wird angemessen begrüßt und geehrt.