Makrobiotische Ernährung - Gleichgewicht zwischen Yin und Yang

Die makrobiotische Ernährung basiert auf zwei kontrahierenden Kräften, die bei dieser Ernährungsform im Gleichgewicht stehen müssen. Yin ist dabei das Pflanzliche und Yang das Tierische.


Die makrobiotische Ernährung basiert auf dem Gedanken, dass das Universum aus zwei kontrahierenden Kräften besteht: dem Yin und Yang. Ein glückliches Leben ist also nur bei einem Gleichgewicht der beiden Kräfte möglich. Dementsprechend müssen auch bei einer gesunden Ernährung beide Kräfte berücksichtigt und in Ausgleich gebracht werden. Viele Zivilisationskrankheiten werden auf einen Überhang von schädigendem Yin zurückgeführt.

Yin und Yang - die Kräfte des Universums
Für den Ausgleich werden die Lebensmittel den beiden Kräften zugeteilt, wobei die Kriterien für diese Einteilung sowohl der Zustand, als auch die Zubereitungsform der Lebensmittel sein können. Yin steht dabei für das Pflanzliche, Leichte und Weibliche, wohingegen Yang das Tierische, Schwere und Männliche verkörpert.  Als optimales, weil perfekt zwischen Yin und Yang ausbalanciertes Lebensmittel, betrachtet die makrobiotische Ernährungstheorie Vollkornprodukte. Ursprünglich war es deshalb das Streben makrobiotischer Ernährung, die Nahrung schrittweise auf Vollkornprodukte zu reduzieren. Dies wird heute jedoch nicht mehr praktiziert.

Regeln für das Gleichgewicht von Yin und Yang
Dennoch gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, auf die in der Makrobiotik verzichtet wird, darunter Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Zucker und bearbeitete Früchte und Gemüse, weil sie zu viel Yin enthalten. Fleisch zählt zwar zu den Yang- Nahrungsmitteln, wird aber generell auch abgelehnt und statt dessen durch den Eiweißlieferanten Soja ersetzt. Auch Tiefkühlkost, Kaffee, Tee und Milchprodukte werden vermieden.

Laut Oshawa, sollte das Verhältnis zwischen Yin und Yang eins zu fünf betragen, um eine gesunde Ernährung zu gewährleisten. Von ihm stammt auch das Zehn-Stufen-Programm der Ernährung, dessen zehnte Stufe, die ausschließlich aus Getreide besteht, die hochwertigste sein soll. Kushi gab diese Einteilung komplett auf und passte sie den Bedürfnissen von Mitteleuropäern an. Demnach besteht die makrobiotische Ernährung hierzulande aus 50 Prozent Getreide, 25 Prozent Gemüse, 13 Prozent pflanzlichem Eiweiß und jeweils sechs Prozent für Suppe, Getränke, Fisch und Dessert. Dies entspricht Oshawas untersten Ernährungsstufen.

Wie ist makrobiotische Ernährung zu bewerten?
Die makrobiotische Ernährungsform ist nicht für jeden, besonders nicht für Kinder, geeignet. Sie sollte im Zweifelsfalle unter ärztlicher Beobachtung und in ihrer striktesten Form nicht über längere Zeit angewendet werden, da sie sehr einseitig, energie- und kalziumarm ist, was zu Mangelerscheinungen und Darmbeschwerden führen kann.