Malaria - Eine Tropenkrankheit

Die Infektionskrankheit Malaria wird durch den Stich der so genannten Anopheles-Mücke übertragen. Am häufigsten tritt diese Krankheit bei Kindern unter fünf Jahren in Afrika auf


Malaria (vom italienischen mal aria = schlechte Luft), auch als Wechsel- oder Sumpffieber bekannt, ist eine schwere Tropenkrankheit, die von so genannten Plasmodien, parasitären Einzellern, hervorgerufen wird. Sie gehört zu den am stärksten verbreiteten Infektionskrankheiten. Weltweit stecken sich schätzungsweise 300 Millionen Menschen jährlich mit Malaria an. In etwa 1,5 – 3 Millionen der Fälle verläuft die Erkrankung tödlich.

 

Am häufigsten bei Kindern unter fünf Jahren in Afrika. Malaria gilt in Europa als Reisekrankheit. In den Ländern Südostasiens und Lateinamerikas tritt sie in ländlichen Regionen, in Afrika und Indien aber auch in Großstädten auf. Nach Deutschland werden jährlich in etwa 1.000 Fällen Erreger eingeschleppt.

Es werden drei Formen unterschieden, die von unterschiedlichen Plasmodien-Arten hervor gerufen werden: Die Malaria tropica, die Malraia teritana und die Malaria quartana. Die Malaria tertiana verläuft nur selten tödlich, führt aber zu einer erheblichen Beeinträchtigung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Als mildeste Form gilt die Malaria quartana. Die Malaria tropica ist die gefährlichste Art. Etwa 30 Prozent der an ihr Erkrankten sterben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

Die Erreger werden durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Die im Speichel der Mücke enthaltenen Keime wandern durch die Blutbahnen in die Leber und vermehren sich dort. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 12 Tagen (bei der Malaria quartana drei bis sieben Wochen) bricht die Krankheit aus. Ansteckungen per Bluttransfusion oder durch Injektionsnadeln sind selten.

Malaria-Symptome ähneln im Frühstadium oft denen einer Grippeerkrankung: Hohes Fieber und Schüttelfrost wechseln sich ab, die Erkrankten klagen über Kopf-, Rücken und Gliederschmerzen. Typisch ist ein Rhythmus von zwei Tagen Fieber und anschließend einem fieberfreien Tag. Gerade bei der gefährlichen Malaria tropica kommt es aber nur selten zu regelmäßigen Fieberperioden, unter Umständen tritt gar kein Fieber auf. Hier sollte schnellstmöglich eine Blutuntersuchung Sicherheit verschaffen.

Eine effektive Malaria-Prävention besteht vor allem aus einem umfassenden Mückenschutz. Anophelesmücken stechen in der Dämmerung und nachts. Lange, helle Kleidung, Socken und ein Anti-Mückenspray können Stiche verhindern. Ein Moskitonetz über dem Bett oder an den Fenstern ist in gefährdeten Ländern sehr sinnvoll, des weiteren vertreiben in den Reiseländern erhältliche Räucherspiralen die Mücken.

In gefährdeten Gebieten ist unter Umständen eine Chemoprophylaxe oder das Mitführen entsprechender Medikamente (Stand-by-Therapie) zu empfehlen. Das richtige Medikament muss von einem Arzt verschrieben werden, da die Mittel oft starke Nebenwirkungen haben. In jedem Fall muss bei Auftreten von Fieber während oder bis zu zwei Monate nach einem Tropenaufenthalt schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann per Bluttest den Malaria-Verdacht bestätigen oder ausräumen. Malariaerkrankungen müssen in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz umgehend gemeldet werden.