Bereits die Römer fanden, dass eine satt gestrichene Wand öde und langweilig aussieht. So marmorierten sie ihre Wände und hauchten ihnen damit Leben und einen eigenen Charme ein. Wisch- und Wickeltechniken, die zu einer lebendigen Wand führen, sind besonders in den südlichen Ländern wie Spanien oder Italien verbreitet und werden dort schon seit Jahrzehnten angewendet.
Seit einigen Jahren vollzieht sich auch in unserer Region der Trend hin zu wilden Farben und abwechslungsreichen Mustern an den Wänden unserer Wohnungen. Besonders beliebt sind dabei die Farben Gelb, Orange und Terrakotta, die ein mediterranes, warmes Flair zaubern. Aber auch andere Farben sind für die Marmoriertechnik geeignet.
Vorbereitung – erst Denken dann Handeln
Bevor Sie nun beginnen, benötigen sie einiges an Zubehör:
Grundierung – die Basis der Wand
Als erstes wird nun die Wand in einem reinen Weiß gestrichen. Hierzu benötigen Sie einen Eimer, in den Sie ein wenig Farbe einfüllen, das Abstreifgitter, welches in den Eimer hineingestellt wird und einen Farbroller. Nun tauchen Sie den Farbroller leicht in die weiße Farbe und rollen diesen am Abstreifgitter ab, sodass nicht zu viel Farbe am Roller haftet. Nun streichen Sie die Wand und lassen diese für einige Stunden trocknen.
Marmoriertechnik – eine Technik für sich
Nun werden die Farben je nach Geschmack in drei unterschiedliche Eimer gefüllt, wobei einer eine helle Farbe beinhaltet, einer eine mittlere und einer eine dunkle Farbe. Mischen Sie dabei möglichst viel Farbe an, da es sehr schwierig ist genau diesen Farbton später wieder zu treffen.
Nun nehmen Sie einen Schwamm und benetzen die Oberfläche vorsichtig mit der hellen Farbe. Jetzt tupfen Sie die Farbe auf die Wand, achten Sie jedoch darauf, dass weiße Stellen übrigbleiben und das Muster gleichmäßig auf der Wand verteilt ist. Nun nehmen Sie den zweiten Schwamm und tauchen diesen in den dunklen Farbton. Diesen tragen Sie nun vornehmlich auf die verbliebenen weißen Stellen auf, jedoch müssen noch einige weiße Stellen übrigbleiben. Tupfen Sie ab und an auch über den hellen Farbton. Nun wird die mittlere Farbe auf den verbliebenen weißen Stellen aufgetragen, dabei tupfen Sie auch ab und an über die anderen beiden Farben. Treten Sie von der Wand zurück und schauen nun, ob das Muster ausgeglichen ist.
Nun zeichnen Sie mit Hilfe des Pinsels vorsichtig kleine Adern mit einer dunklen Farbe ein. Wem das zu schwer ist, dem empfiehlt sich die Wickeltechnik. Hierbei wird ein Handtuch in dunkle Farbe getaucht und gedreht. Nun rollen Sie mit dem gedrehten Handtuch über die Wand. Dabei ist es wichtig, dass das Handtuch nur vereinzelt aufgesetzt und bei jedem Schritt neu eingedreht wird. Zuerst sollten Sie den Abdruck immer auf einem Papier überprüfen.
Die Marmorierung können Sie auch mit Hilfe einer Folie erzielen. Hierbei tupfen Sie ein paar Farbkleckse auf die Folie, die Sie anschließend zerknüllen. Nun öffnen Sie sie wieder und streichen sie an der Wand glatt. Auch hierbei sollten Sie sich zuerst auf einem Papier ausprobieren.
Liebe fürs Detail
Bei kleinen Räumen empfiehlt sich nur eine Wand zu marmorieren, da der gesamte Raum sonst wirr aussieht und man nicht entspannen kann. Klare Linien sind für eine Wohlfühlatmosphäre äußerst wichtig.
Damit Sie sich eine antike Atmosphäre beziehungsweise ein mediterranes Flair schaffen, können Sie zusätzlich mit kleinen Details spielen und Stuck an den Decken anbringen.