Mastozytose – Symptome, Therapie, Vorbeugung

Mastozytose ist eine unbekannte, oft unterschätzte Krankheit, deren Therapie nicht immer einfach ist.


Unter einer Mastozytose versteht man die überschießende Neubildung von Mastzellen. Mastzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind Teil der körpereigenen Immunabwehr. Sie haben unter anderem Histamin und Heparin gespeichert. Die Symptome der Erkrankung entstehen durch die Ausschüttung der chemischen Botenstoffe dieser Zellen. Daraus ergibt sich auch der sehr unterschiedliche Formenkreis der Mastozytose.

Welche Formen gibt es und wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Grundsätzlich wird zwischen der juvenilen und den adulten Formen unterschieden. Kinder entwickeln zum größten Teil eine sogenannte kutane Mastozytose. Das heißt, die Symptome zeigen sich großteils auf der Hautoberfläche. Diese reichen von Juckreiz mit diffusen Rötungen über Nesselausschläge bis hin zu knotenartigen Verdickungen der Haut. Erwachsene entwickeln dagegen eine systemische Mastozytose mit oder ohne Hautbeteiligung. Je nach Schweregrad unterscheiden sich hier die Auswirkungen erheblich. Hitzewallungen, die Neigung zu Hämatomen und erhöhte Reizbarkeit mit Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen gehören zu den harmloseren Symptomen. Schwerer wiegen Bauchschmerzen mit Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Es kann auch zu Magen- oder Darmblutungen kommen. Knochen- und Gelenksschmerzen sowie Muskel- und Kopfschmerzen haben einen gewichtigen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten. Im schlimmsten Fall kann es sogar zur Schocksymptomatik kommen und ähnliche Auswirkungen, wie eine hochgradige Allergie haben. Die Diagnose wird bei Kindern vom erfahrenen Hausarzt bereits auf den ersten Blick gestellt werden können. Meist wird auf weitergehende Untersuchungen wie eine Probenentnahme der betroffenen Hautareale verzichtet. Bei Erwachsenen müssen mindestens ein Haupt- und ein Nebenkriterium der WHO-Kriterien erfüllt sein. Als Hauptkriterium gilt das Ergebnis einer Biopsie. In der Knochenmarksbiopsie oder durch Biopsien der befallenen Organe wird der erhöhte Anteil der Mastzellen festgestellt. Die Nebenkriterien werden über spezielle Laboruntersuchungen bestimmt.

Wie sieht die Behandlung aus?
Primär sollten alle auslösenden Faktoren vermieden werden. Dazu gehören unter anderem Alkohol, scharfe Gewürze, Stress und Medikamente. Allergene Stoffe und physikalische Noxen, wie zum Beispiel Sonnenlicht oder Kälte, zählt ebenfalls dazu. Bei Kindern verschwindet die kutane Mastozytose meist mit Einsetzen der Pubertät von selbst. Bei erwachsenen Patienten ist die Behandlung symptomatisch und dient primär der Linderung der Krankheit. Antihistaminika und Kortisonpräparate sind Mittel der Wahl. Lokal wirkende Salben lindern den Juckreiz. Medikamente die die Bildung der weißen Blutkörperchen beeinflussen, können ebenso wie Interferon oder Zytostatika eingesetzt werden. Das Wichtigste ist aber, dass für jeden Patienten eine individuelle Therapie entwickelt werden muss. So vielfältig wie das Krankheitsbild, mit all seinen unterschiedlichen Symptomen ist, muss die Behandlung speziell darauf ausgerichtet sein. Neben den Spezialisten bieten auch Selbsthilfegruppen ihre Unterstützung an und können wertvolle Tipps und Tricks bezüglich des Umgangs mit Mastozytose geben.