Maut in der Schweiz: eine Übersicht

Vignette und Sondermaut auf Straßen sind die Formen, in denen die Maut in der Schweiz daherkommt.


Wer schon einmal mit dem Auto dort war, kennt sie, die Maut in der Schweiz. Als Nationalstraßenabgabe wird sie von jedem motorisierten Straßenbenutzer verlangt. Damit die Gebühr ohne allzu großen bürokratischen Aufwand kassiert werden kann, hat sich die Schweiz für die Jahresvignette entschieden. Zum derzeit noch gültigen Preis von 40 CHF beziehungsweise 27,50 Euro kann man an den Grenzübergängen, aber auch beim ADAC und bei deutschen Tankstellen in Grenznähe, schweizer Autobahnvignetten erwerben. Die Vignette hat dabei einen festen Gültigkeitszeitraum. Sie gilt vom 01. Dezember eines Jahres, für vierzehn Monate bis zum 31. Januar des übernächsten Jahres, also beispielsweise vom 01. Dezember 2008 bis zum 31. Januar 2010. Wer keine gültige Vignette gut sichtbar an der Fahrerseite seiner Windschutzscheibe angebracht und die Maut in der Schweiz nicht entrichtet hat, muss mit erheblichen Geldbußen von 100 CHF beziehungsweise 65 Euro rechnen.

Zusatzgebühren für bestimmte Alpentunnel im Privatbetrieb
Zwei Alpentunnel in der Schweiz werden privat betrieben und kosten daher unabhängig von der regulären Nationalstraßenabgabe eine zusätzliche Sondermaut. Dabei handelt es sich um den Walliser Großen-Sankt-Bernhard-Tunnel und um den Graubündner Munt la Schera. Wer diese Tunnel benutzen möchte, muss zuerst die private Mautstation passieren. Für alle anderen Schweizer Autobahnen und grün-weiß markierte Schnellstraßen gilt die Autobahnvignette.

Sondermaut für LKW über 3,5 Tonnen
Die Nationalstraßenabgabe betrifft nur PKW, Motorräder, Wohnwagen und LKW bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Für LKW ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird eine Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LVSA) erhoben. Diese Abgabe richtet sich nach der Entfernung. Transportunternehmen klagen regelmäßig über die relativ hohen Kosten, welche die Schweiz hier von ihnen erhebt. Auch die Schweiz kennt ähnlich wie Deutschland eine sogenannte Motorfahrzeugsteuer, die sich aus Hubraum und Nutzlast errechnet und in ihrer Höhe kantonsintern festgesetzt wird. Somit wird die Maut in der Schweiz zusätzlich zur Kfz-Steuer von allen motorisierten Verkehrsteilnehmern verlangt. Ein Stück weit mehr Gerechtigkeit für den Schweizer Straßenausbau ist darin dennoch enthalten, weil die Straßenerhaltung nicht wie in Deutschland rein über die Kfz-Steuer und damit nur von Bundesbürgern finanziert wird, sondern von allen, auch ausländischen, Straßennutzern über die Mautgebühr. Auch wenn die Maut in der Schweiz eine zusätzliche finanzielle Belastung für Straßennutzer darstellt, bietet sie dennoch mehr Gerechtigkeit, über die nachzudenken auch hierzulande die Politik nicht müde wird.