Maut in Italien: Regelsätze für PKW und Wohnmobil

Wer mit dem PKW oder dem Wohnmobil in die Mediterrane auf Reisen geht, sollte sich zuvor mit der Maut in Italien vertraut machen.


Das europäische Land in Form eines Stiefels ist als Reiseziel bei den Deutschen beliebt. Ebenso haben sich geschäftliche Beziehungen dank der Europäischen Union zwischen den Ländern intensiviert, so dass einige auch aus beruflichen Gründen regelmäßig auf Italiens Straßen unterwegs sind.

Maut in Italien: Autobahnstrecke, Mautsystem und Gebührenerhebung variieren
24 privatwirtschaftliche Betreibergesellschaften kümmern sich in Italien um den Bau, die Pflege und um den Betrieb der rund 80 gebührenpflichtigen Strecken. Da diese selbstverständlich ihre Investitionen decken und aus ihrer Geschäftstätigkeit profitieren müssen, gibt es die Maut in Italien. Abgesehen von wenigen gebührenfreien Autobahnen werden die Kosten der anderen Autobahnstrecken zumeist nach einem geschlossenen und seltener nach einem offenen System erhoben. Beim offenen System, das häufig in Ballungsräumen vorzufinden ist, wird eine pauschale Gebühr für die Nutzung der jeweiligen Autobahn erhoben, egal wie viele Kilometer zurückgelegt werden. Beim geschlossenen System richtet der erhobenen Betrag nach der zurückgelegten Strecke auf der entsprechenden Autobahn und der Fahrzeugklasse. Zudem werden erhöhte Tarife veranschlagt, wenn das Errichten und Unterhalten der Strecke aufwendig und teuer ist.
Grundsätzlich wird die Maut in Italien nach Regelsätzen veranschlagt. Die Maut – italienisch pedaggio – liegt bei 0,04077 Euro pro genutzten Kilometer für PKW, bei 0,04181 Euro für die Nutzung mit dem Wohnmobil. Aufwendigere Strecken, beispielsweise im Gebirge, erheben 0,04900 Euro pro zurückgelegten Kilometer mit dem PKW und 0,05025 Euro mit dem Wohnmobil. Als Richtlinie kann sich der Reisende 6 Euro Maut in Italien für die Nutzung von 100 Kilometern Strecke im Kopf behalten. Allerdings sollten Urlauber für die nächste Reise nach Italien etwas mehr einkalkulieren, da sich die Tarife 2011 um etwa fünf Prozent erhöhen. Wer sich genauer vorbereiten möchte, wie viel Maut in Italien für die nächste geplante Reise zu erwarten ist, findet im Internet hilfreiche Mautrechner.

Gut vorbereitet heißt in Italien zügig unterwegs sein
Die Maut in Italien wird klassisch bar, mit italienischer Bankkarte oder per Kreditkarte bezahlt. In der Regel erhält der Streckennutzer durch Bedienen eines roten Knopfs am Automaten bei Auffahrt ein so genanntes biglietto, also eine Mautkarte, mit der später an einer Zahlstation namens casello die Mautgebühr berechnet und bezahlt wird. Wer insbesondere in geschäftigen Zeiten bereits auf italienischen Autobahnen unterwegs war, stand vielleicht schon mal in einer endlosen Schlange vor der Zahlstation, während es auf der benachbarten Spur wesentlich zügiger voran ging und die PKW auf einer weiteren an einem vorbei rauschten, als gäbe es überhaupt keine Maut in Italien. Die Schlüssel für diese Unterschiede in der Abfertigung heißen Viacard und Telepass.
Viacard ist eine Guthabenkarte, die Urlauber bereits vor der Reise auch in Deutschland über Automobilclubs beziehen können und in der Handhabung wesentlich einfacher ist. Telepass ist weitgehend den italienischen Bürgern vorbehalten. Mithilfe eines spezifischen Systems und einem hilfreichen kleinen Kästchens an der Windschutzscheibe wird die Nutzung der Autobahn automatisch registriert und später über das italienische Girokonto abgerechnet. In diesem Fall müssen die Fahrzeugführer kaum mehr stoppen. Zu beiden Systemen finden sich umfassende Informationen im Internet.

Nützliche Tipps rund um die Maut in Italien
Anhand der Farbe der Autobahnschilder lässt sich erkennen, ob es sich um eine gebührenpflichtige oder eine gebührenfreie Strecke handelt; blau steht für kostenlose Strecken, grün steht für Autobahnen mit Mautpflicht. Wer einmal das passende Geld nicht zur Hand hat, andere Probleme mit der Zahlung oder sich schlicht falsch eingefädelt hat, betätigt die Hilfetaste assistenza. In diesem Fall erhält der Autobahnnutzer einen Bon, das Kennzeichen wird fotografiert und die Bezahlung erfolgt nachträglich innerhalb der angegebenen Zahlungsfrist am nächsten Punto Blu, der beispielsweise auf Raststätten zu finden ist. Wer die Anweisungen der freundlichen Automatenstimmung mangels Italienischkenntnissen nicht versteht: Erst das Ticket einführen, dann das Geld einwerfen oder die Kreditkarte einstecken. Auf die sorgfältige Aufbewahrung der Mautkarte sollte der Reisende Acht geben, denn im Falle des Verlustes wird die weitest mögliche Entfernung auf der Strecke berechnet, was empfindlich teuer werden kann. Wer sich einmal falsch eingeordnet haben sollte, sollte sich im Übrigen niemals dazu verleiten lassen, den Rückwärtsgang einzulegen, denn dies wird mit einer Strafe von 6.000 Euro gekürt.