Mazdaznan Ernährung - Einheit aus Atmung und Essen

Bei der so genannten Mazdaznan Ernährung wird Wert darauf gelegt, hauptsächlich vegetarisch und maßvolles, aber abwechslungsreiches Essen zu sich zu nehmen.


Die sogenannte Mazdaznan Ernährung basiert auf dem Gedanken, dass zu üppiges Essen ein großes Übel - nicht nur für die Gesundheit der Menschen, sondern auch für die Zivilisation als Ganzes - darstellt. Mazdaznan ist ein Begriff der Zen-Sprache, der so viel bedeutet, wie "Meistergedanke" oder "der Gedanke, der alles meistert". Gemeint ist eine allumfassende Botschaft an den Menschen, die ihn begleitet von der Geburt bis hin zum Tode. Sie umfasst alle menschlichen Bereiche und hat den Anspruch, sämtliche Grundwahrheiten der Menschheit zu beinhalten.

Die zwei Säulen der Mazdaznan-Philosophie
Die Mazdaznan Ernährung stützt sich auf zwei Säulen: die Ernährung und die Atmung. Die vom Propheten Zarathustra entwickelte Lebenslehre verfolgt das Ziel inneren Friedens und des Erreichens einer höheren Kulturstufe, also der Entwicklung hin zu einer höheren Menschwerdung. Erreicht werden sollen diese Ziele einerseits durch eine bewusste Ernährung, also eine bewusste Auswahl natürlicher Lebensmittel, anderseits durch eine maßvolle Lebensführung und die richtige Atemtechnik.

Ernährung nach Mazdaznan
Die Ernährung nach der Mazdaznan-Philosophie ist hauptsächlich vegetarisch und legt Wert auf maßvolles, aber abwechslungsreiches Essen. Um dies umsetzen zu können, bedarf es Selbstbeherrschung und Disziplin. Die Auswahl der Nahrungsmittel entspricht den laktovegetarischen Regeln: Zwar ist kein Fleisch erlaubt, weil tierische Fette als unverdaulich betrachtet werden, andere tierische Lebensmittel wie Eier und Milch hingegen werden aber in die Ernährung eingebunden. Dabei wird besonderer Wert auf frische Nahrungsmittel und eine schonende Zubereitung derselben gelegt. Konservierungsmittel lehnt die Mazdaznan-Ernährung strikt ab. Vielmehr soll auf die Früchte der Saison zurückgegriffen werden. So passt sich die Ernährung auch dem Rhythmus der Jahreszeiten an. Der Wasserbedarf des Körpers wird mit destilliertem Wasser gedeckt, was aufgrund der Nährstoffarmut desselben ein Kritikpunkt dieser Ernährungsform darstellt. Wein, Bier und Kaffee, sowie Tee werden nur in sehr geringen Maßen akzeptiert. In der Regel sollte die Ernährung aus zwei Dritteln Gemüse und zu einem Drittel aus eiweiß-, stärke- und fetthaltigen Lebensmitteln bestehen. Der genaue Ernährungsplan aber richtet sich nach den verschiedenen Menschentypen.

Die drei Typen der Mazdaznan-Philosophie
Die Mazdaznan Ernährung unterscheidet drei Typen: den materiellen Typen, der viel heimisches Obst, Salat und Vollkorngetreide zu sich nehmen sollte, den intellektuellen Typ, dem unter anderem gekochtes Getreide und gebackenes Gemüse empfohlen wird und den spirituellen Typ, dessen Ernährung sich hauptsächlich aus rohem Obst und Getreide, sowie viel Gemüse zusammensetzen sollte. Die Einteilung der Typen erfolgt nach der Phrenologie, die Menschentypen verschiedenen Gesichtsformen zuordnet.

Die zentrale Rolle der Atmung
Bei der Mazdaznan Ernährung spielt die Atmung eine zentrale Rolle. Durch das richtige Ein- und Ausatmen soll dem Körper die notwendige geistige Nahrung zugeführt werden. Ziel ist es, den Blutkreislauf zu einer vollkommenen Zirkulation anzuregen. Dafür ist tiefes Atmen besonders von Bedeutung, denn das flache, unkonzentrierte Atmen im Alltag führt, laut der Mazdaznan- Philosophie, zur Ansammlung von Kohlensäure und anderen Gasen, die verhindern, dass das Blut mit Sauerstoff gesättigt werden kann. Um das richtige Atmen zu erlernen, gibt es spezielle Atemübungen, die mehrmals täglich durchgeführt werden sollen.

Gesundheitliche Aspekte der Mazdaznan  Ernährung
Prinzipiell gilt die Mazdaznan Ernährung gesundheitlich als empfehlenswert, denn das maßvolle Essen, das Vermeiden von Konservierungsstoffen und die abwechslungsreiche, saisongerechte Ernährung ergeben zusammen eine gesunde Ernährungsalternative. Wie bei allen vegetarischen Ernährungsformen besteht aber auch hier die Gefahr des Eisenmangels. Dieser sollte beispielsweise durch Soja-Produkte ausgeglichen werden.