Auch wenn Sie mit Ihrem Ehepartner hoffnungslos zerstritten sind, sodass kein vernünftiges Gespräch mehr zustandekommt und eine gütliche Einigung im Scheidungsprozess einem Wunschtraum gleicht, können Sie noch Hoffnung haben, einem Scheidungskrieg zu entkommen und sowohl Gerichtskosten zu sparen, als auch Nerven zu schonen. Mit der Hilfe eines Mediators nämlich, können alle Regelungen durch seine Verhandlungshilfe beschlossen werden. Dabei arbeitet dieser stets im Interesse beider Parteien, damit beide Seiten zufriedengestellt auseinandergehen.
Was ist eine Mediation?
Die Mediation entstand aus einer Unzufriedenheit mit rein juristischen Scheidungsverfahren, seitens der Richter, Anwälte und Scheidungsparteien. Das Gericht kann beispielsweise kaum auf die spezifischen Charakteristika jedes Falles eingehen. Eine Mediation begründet sich auf der Annahme, dass die Betroffenen ihre Konflikte besser selber lösen können als Außenstehende und dann auch befähigt werden, die Verantwortung für ihre Lösungen zu übernehmen. Außerdem sind dann die Vereinbarungen individuell genug, sehr kreativ und maßgeschneidert für die Situation. Die Mediation ist also ein Verhandlungsgespräch zwischen den Streit-Parteien, das von einer dritten neutralen Partei geführt wird. Der sogenannte Mediator kann aus jedem Fachbereich kommen, sei es ein Sozialpädagoge, Anwalt oder Psychologe. In jedem Fall hat er eine Zusatzausbildung in Mediation. Oft beschäftigen Familiengerichte eigene Mediatoren, damit es keinen Scheidungskrieg mehr gibt.
Beginn einer Mediation
Eine Mediation kann man im Grunde zu jedem Zeitpunkt in Anspruch genommen werden, ob vor der Trennung oder auch nach der gerichtlichen Scheidung. Üblicherweise findet sie während der Scheidungsphase statt und dient dazu, einen möglichen Scheidungskrieg zu verhindern. Zu Beginn gibt es eine Orientierungssitzung, in der der Ablauf erklärt wird und die Umgangsregeln und Ziele deutlich gemacht werden: eine offene, sachliche und faire Lösungssuche. Es werden anschließend die Motivation und Erwartungen beider Parteien, sowie die Themen der Mediation ermittelt.
Ablauf der Mediation
Bei jedem Verhandlungsgegenstand und -thema wird am Anfang genau definiert, worum es sich handelt und alle relevanten Informationen dazu zusammengetragen. Anschließend soll jede der Streitparteien ihren Standpunkt dazu darlegen, wobei der Mediator darauf achtet, dass die Gegenseite diesen auch verstanden hat. So soll Verständnis auf beiden Seiten für die Position des anderen entstehen. Danach werden Lösungsvorschläge beider Seiten gesammelt und diskutiert, um anschließend in einem Wechsel aus Angebot und Gegenangebot, die konkrete Lösung auszuhandeln.
Die Ergebnisse werden sehr detailliert ausgearbeitet niedergeschrieben, damit es zu keinen Missverständnissen und Unklarheiten kommen kann. Diese Vereinbarungen können von den Anwälten geprüft und notariell beurkundet oder dem Familiengericht als Protokoll vorgelegt werden.