Mediensucht bei Kindern


Kinder und Jugendliche sind immer stärker von der Mediensucht betroffen. Denn der Nutzen der neuen Medien liegt für viele klar auf der Hand. Dabei nehmen Handy- und Onlinespiele, Gameboys und die Playstation immer mehr Zeit in Anspruch.

Erziehung zur Medienabhängigkeit
Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass sie ihre Kinder schon zu potenziell Mediensüchtigen heranziehen. So besitzen sieben Prozent der zweijährigen Kinder einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer. Mit sechs bis sieben Jahren sind es dann bereits 21 Prozent und mit zwölf bis 13 Jahren 56 Prozent.
Oft werden zudem Spiele für den Computer von Eltern und Großeltern kritiklos an die Kinder verschenkt. Dass diese häufig ein hohes Suchtpotenzial aufweisen, ist den meisten nicht bewusst. Ebenso wenig wissen die Eltern, was sich hinter den virtuellen Welten wie „World of Warcraft“ oder „Second Life“ verbirgt. Als problematisch stellt sich bei dieser Suchtform auch der schnelle und problemlose Zugriff auf die neuen Medien dar.

Symptome einer Sucht
Studien haben ergeben, dass sich etwa neun Prozent der 15-Jährigen in Deutschland extrem dem Computerspiel hingeben, das heißt mehr als 4,8 Stunden am Tag vor dem PC verbringen.
Zudem weisen etwa fünf Prozent der Teenager suchtrelevante Symptome auf. Diese äußern sich in einem Kontrollverlust über die Zeit, die der Betroffene für das Computerspiel aufwendet sowie im Vernachlässigen sozialer Kontakte wie Freundschaften und Familie, aber auch der Schule und Hobbys. Ebenfalls treten bei der Mediensucht Entzugserscheinungen auf. Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit und Aggressivität bestimmen das Wesen bei ausbleibender Suchtbefriedigung.

Risikogruppe Jungen
Das Risiko nach Medien süchtig zu werden, besteht für jeden Menschen aus jeder Schicht. Eine besondere Gefährdung liegt allerdings bei Kindern und Jugendlichen männlichen Geschlechts vor. Sie werden meist von Online-Rollenspielen abhängig. Dieser Gruppe folgen Mädchen, die in Chatforen nach Anerkennung suchen. In Deutschland sind nach Schätzungen etwa 14.300 Jugendliche vom Computerspielen abhängig, weitere 23.000 sind suchtgefährdet.

Nichts für Kleinkinder
Zurzeit bemüht sich der Fachverband Medienabhängigkeit für die Anerkennung der Mediensucht als Krankheit. Solange dies noch nicht erreicht ist, übernehmen auch die Krankenkassen nicht immer alle Therapiekosten.
Als Elternteil sollte man nach Ansicht der Experten Kleinkinder nicht am Computer spielen lassen, zuerst sollten die motorischen und sensorischen Fähigkeiten ausgebildet werden. So kann das Gehirn erst seine volle Leistungsfähigkeit ausbilden. Während des Medienkonsums werden jedoch Hör- und Seheindrücke von den körperlichen Aktivitäten abgekoppelt.