Mediensucht - Wenn Medien krank machen

Die Mediensucht beschreibt die Abhängigkeit von einer Erlebnis- oder Verhaltensweise bei der keine Substanzen konsumiert werden.


Ein Mediensüchtiger beschäftigt sich exzessiv mit modernen, elektronischen Medien, wie dem Telefon/Handy, dem Fernseher oder dem Computer. Von daher unterschieden Experten bei der Mediensucht zwischen Fernsehsucht, Handysucht, Internetsucht und der Computersucht.

Fernsehsucht
Unter Fernsehsucht versteht man die Abhängigkeit von der Aktivität des Fernsehens. Fernsehsüchtige reagieren in Situationen mit ausgeschaltetem Fernseher oder beim Gedanken daran ohne Fernseher zu sein aggressiv und passiv. Sie fühlen sich unwohl und sind von einer inneren Unruhe getrieben. In vielen Haushalten ist das reflexartige Einschalten der Mattscheibe zur Normalität geworden. Zu den typischen Symptomen einer Fernsehsucht zählen akute Entzugserscheinungen sowie der Rückgang sozialer Kontakte. In den Industriestaaten wird im Durchschnitt täglich drei Stunden ferngesehen.

Telefonsucht/Handysucht
Unter Handysucht verstehen Experten die starke Abhängigkeit der Betroffenen von ihrem Mobiltelefon. Handysüchtige verspüren besonders in Momenten der Einsamkeit und Leere das starke Verlangen sich mittels eines Telefongesprächs oder einer SMS mit anderen zu verständigen. Forscher, die sich mit der Problematik befasst haben, sehen in dieser Abhängigkeit die Angst vor einer inneren Leere und Einsamkeit, die besonders in Momenten stark zum Vorschein tritt, wenn der Betroffene keine andere Beschäftigung hat.
Psychologen unterscheiden im Allgemeinen zwei Situationen, in denen vermehrt zum Handy gegriffen wird. Zum einen sind dies Momente, in denen sich Betroffene alleine fühlen. Dies sind oft die Situationen, in denen Betroffene nicht mehr vom Alltagslärm umgeben sind. Zum anderen sind es die Augenblicke, in denen sich Betroffene von anderen wahrgenommen und bewertet fühlen. Der Kontakt via Handy symbolisiert dann eine Wertigkeit nach außen und schützt außerdem vor einem Kontakt mit unbekannten Menschen.

Internetsucht/Onlinesucht
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Begriff der Internetsucht noch umstritten, er beschreibt jedoch den zwanghaften Drang sich regelmäßig und in exzessiver Form mit dem Internet zu beschäftigen. Onlinesüchtige stellen ihre Lebensgewohnheiten komplett auf das Serven im Internet um, leben in einer virtuellen Welt und vernachlässigen ihre normalen, sozialen Kontakte. Im Extremfall werden menschliche Bedürfnisse wie die Nahrungsaufnahme und das Schlafen zugunsten der Aktivität im Internet vernachlässigt. Ein Betroffener wird seine Sucht immer nach außen hin verheimlichen, weil er sie selbst nicht wahrhaben möchte. Jedoch sind Anzeichen von Entzugserscheinungen, wie schlechte Laune, Schlafstörungen, Nervosität, Schweißausbrüche und Reizbarkeit beim Fehlen des PCs ein eindeutiges Zeichen für eine Suchterkrankung.

Computersucht
Ähnlich wie bei der Internetsucht beschreibt die Computersucht die Abhängigkeit der Betroffenen von ihrem Computer. Computersüchtige verbringen täglich Stunden damit, sich mit ihrem PC zu beschäftigen. Anders als bei der Internetsucht stehen hier bei den meisten Süchtigen Computerspiele im Fokus des Interesses. Die Folgen einer solchen Sucht sind mannigfaltig und erstrecken sich von gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Haltungsschäden, Sehkraftverlust, teilweise epileptischen Anfällen, Bewegungsmangel und Übergewicht bis hin zur sozialen Isolation.