Medikamentebei Alzheimer können nicht heilen, sondern nur die Symptome bekämpfen und die Beschwerden lindern. Sogenannte Antidementiva sind in der Lage, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, die Symptome eine Zeit lang zu mildern und teilweise den Allgemeinzustand zu verbessern. Mit einer guten Therapie kann so die Krankheit neun bis zwölf Monate verzögert werden. Es sind verschiedene Antidementiva auf dem Markt, die unterschiedliche Mechanismen ausnutzen, um Alzheimer entgegen zu wirken.
Pflanzliche Substanzen
Auch die mittlerweile – in vielen Bereichen der Schulmedizin – anerkannte Phytotherapie kann eine Linderung der Beschwerden herbeiführen. Verschiedene pflanzliche Substanzen sollen die Gehirnleistung steigern und so den Verlauf der Erkrankung hinauszögern.
Ginkgo biloba greift schädliche Abfallprodukte an, erhöht die Durchblutung und die Produktion von Botenstoffen im Gehirn. Es wird im Anfangsstadium bis ins mittlere Stadium der Demenzerkrankung hinein angewendet.
Ginseng (Panax ginseng) hat ebenfalls eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf von Alzheimer. Es schwächt den Effekt der Amyloid-Körperchen auf das Gehirn ab, sodass mehr von dem Botenstoff Acetylcholin ausgeschüttet wird. Dadurch steigt die Erinnerungs- und Merkfähigkeit der Patienten an.
Auch in der traditionellen chinesischen Medizin kommen einige Pflanzen zur Anwendung, die gegen eine nachlassende Hirnleistung und Gedächtnisschwäche helfen können. Sie sind am Anfang einer Demenz sinnvoll. Zu diesen Pflanzen zählen: Pfennigkraut (H. asiatica), Kreuzblume (P. tenuifolia) und Bischofsmütze (E. sagittatum).
Begleiterscheinungen
Verschiedene Medikamente bei Alzheimer helfen, die Symptome von Alzheimer und Begleiterkrankungen wie Wahnvorstellungen und Depressionen zu lindern.
Alzheimerpatienten leiden im Frühstadium der Krankheit oft an Depressionen, sodass hier verschiedene Antidepressiva zum Einsatz kommen können. Auch Johanniskraut (H. perforatum) ist ein wirksames Mittel, das in der Behandlung von tiefen seelischen Krisen bereits erfolgreich zur Anwendung gekommen ist.
Neuroleptika werden bei Psychosen und Wahnvorstellungen eingesetzt. Da einige Alzheimerpatienten an krankhaftem Verfolgungswahn leiden, ist eine Therapie mit diesen Medikamenten teilweise unausweichlich. Patienten, die an einer bestimmten Form der Demenz leiden, reagieren jedoch überempfindlich gegen Neuroleptika. In diesem Fall können unter strenger Aufsicht sogenannte atypische Neuroleptika verabreicht werden.
Benzodiazepine werden verschrieben, da sie, durch das Herabsetzen der Gehirnaktivität, Wahnvorstellungen mildern und das Einschlafen erleichtern können. Jedoch sind sie äußerst umstritten, da sie zu einer Abhängigkeit führen können. Beim Absetzen dieser Medikamente treten Entzugserscheinungen auf. Auch die Nebenwirkungen wie Schwindel, Koordinationsschwierigkeiten und Verwirrtheit sind nicht zu vernachlässigen, da sie die Beschwerden der Alzheimer-Krankheit verstärken können.
[Stand der Informationen: 15.07.2008]