Medikamente bei Diabetes

Es gibt verschiedene Arzneimittel und Medikamente bei Diabetes. Die wichtigsten und deren Wirkung finden Sie bei uns.


Bei einem bestehenden Diabetes ist es meist notwendig, die Begleiterkrankungen zu behandeln. Dort steht Übergewicht, Blutdruck und Blutfettwerte auf höchstem Niveau. Übergewicht und Fettwerte sollten mit Bewegung und richtiger Ernährung in den Griff zu kriegen sein. Es kann aber nötig sein, Bluthochdruck mit Medikamenten zu behandeln. Etwa 50 bis 80 Prozent der Diabetespatienten haben einen zu hohen Blutdruck.

Es gibt fünf anerkannte blutdrucksenkende Mittel. Je nach Ausmaß des Diabetes und der Folgeerkrankungen werden die Mittel angeglichen. Bei Diabetikern gibt es folgende anerkannte Mittel zur Bekämpfung des Bluthochdrucks.

Blutdrucksenkende Mittel
Diuretika werden bei einem leichten Bluthochdruck verschrieben. Sie werden in geringen Dosen angesetzt, weswegen Nebenwirkungen nur gering einzustufen sind. Bei Nierenschäden ist das Medikament jedoch weniger geeignet. Neben der Anwendung von Diuretika müssen jedoch auch diätetische Maßnahmen eingehalten werden, weil es sonst zu metabolischen Störungen kommen kann.

Bei Diabetikern, die eine Herzschwäche haben, werden meist Beta-Rezeptorenblocker angewendet, sie haben auch präventive Wirkung vor Herzinfarkten. Betablocker werden meist bei Durchblutungsstörungen der Gefäße verwendet. Die unerwünschten Nebenwirkungen sind bei den Blockern relativ gering. Jedoch müssen die Patienten genauer beobachtet werden.

ACE-Hemmer werden ebenfalls bei Herzproblemen angewendet, daneben haben sie aber auch positiven Effekt auf die Gesundheit der Diabetiker, die vermehrt Albumin (Eiweiß) mit dem Urin ausscheiden. Studien ergaben, dass ACE-Hemmer präventiv vor Herzkreislaufkomplikationen bei Diabetikern schützen. Unerwünschte Nebenwirkung des Medikamentes kann Reizhusten sein. Bei Verengung der Nierenarterie und in der Schwangerschaft dürfen ACE-Hemmer nicht verabreicht werden. Neben den genannten Mitteln gibt es noch Kalziumantagonisten, die meist als Ergänzung verschrieben werden, um den optimalen Blutdruckwert zu erreichen. Auch gibt es Möglichkeiten mit AT1 Rezeptorantagonisten, die eine Alternative zu ACE-Hemmern darstellen, wenn eine Unverträglichkeit gegen diese auftritt.

Blutzuckersenkende Medikamente bei Diabetes
Die Medikamente zur Behandlung der Zuckerkrankheit, die nicht wie Insulin gespritzt werden, werden Antidiabetika genannt. Die Anwendung von oralen Antidiabetika ist ausschließlich für Typ-2-Diabetiker geeignet und zugelassen. Häufig wird erwartet, dass diese Tabletten schnell einen optimalen Blutzuckerwert herbeizaubern. Das ist aber nur möglich, wenn der gesamte Lebensstil verändert und auf die Krankheit unterstützend angepasst wird.

Alpha-Glukosidasehemmer
Alpha-Glukosidasehemmer bewirken, dass der Blutzuckerspiegel nach einer eingenommen Mahlzeit langsam und gleichmäßiger ansteigt. Diese Medikamente hemmen ein Enzym, die Alpha-Glukosidase, im Darmtrakt, welches Kohlenhydrate (vor allem Stärke) zu Glukose umbaut. Somit kommt es zu einer verlangsamten Zuckeraufnahme aus dem Darm. Generell bewirken sie also, dass mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate durch den veränderten Abbau nur langsam in das Blut gelangen. Zu den Wirkstoffen der Glukosidasehemmer gehören Acarbose und Miglitol. Diese sind natürlichen Kohlenhydraten sehr ähnlich und werden am Anfang der Mahlzeit bis zu dreimal täglich eingenommen. Nebenwirkungen der Alpha-Glukosidasehemmer können Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen sein. Ein Risiko eine Unterzuckerung zu erreichen ist gering.

Biguanide
Der Wirkstoff der Biguanide ist Metformin. Dieser senkt den Blutzuckerspiegel, besonders bei Diabetikern, die gerade morgens einen erhöhten Blutzuckerwert aufweisen, während der Blutzuckerspiegel abends normal ist. Dies ist ein Zeichen für eine erhöhte Glukoseproduktion der Leber über Nacht. Biguanide hemmen die Produktion von Traubenzucker in der Leber. Metformin wirkt auf das Muskel- und Fettgewebe, dabei erleichtert es die Aufnahme von Zucker in die Zellen, wo sie daraufhin verstoffwechselt wird. Daneben verzögert Metformin die Glukoseaufnahme in den Darmzellen. Der Nüchternblutzuckerwert lässt sich somit um bis zu 25 Prozent reduzieren, auch der HbA1c-Wert kann mit Metformin gesenkt werden. Ein Vorteil von Metformin ist, dass das Körpergewicht von dem Medikament nicht beeinflusst wird, das bedeutet, das Körpergewicht steigt nicht an, wie dies bei vielen anderen Mitteln der Fall ist. Der Fettstoffwechsel wird positiv beeinflusst. Eine Unterzuckerung ist mit diesem Medikament nahezu ausgeschlossen, da der Wirkstoff nicht die insulinproduzierenden Zellen anspricht, was bedeutet, dass er den Zellen kein Insulin entzieht. Dieses Medikament wird während oder nach den Mahlzeiten eingenommen und bis zu dreimal täglich angewendet. Die hier bekannteren Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, wie Blähungen und Völlegefühl. Metformin wird auch häufig mit anderen Mitteln kombiniert, es ist auch bei der ergänzenden Therapie mit Insulin geeignet.

Glinide
Glinide wirken auf die Bauchspeicheldrüse. Die Wirkstoffe sind hier Repaglinide und Nateglinide. Dieses Mittel wird einmal am Tag vor einer großen Mahlzeit eingenommen, die Bauchspeicheldrüse wird dann angeregt mehr Insulin zu produzieren. Insulin wird folglich glukoseabhängig freigesetzt. Zusammenfassend lässt sich zur Einnahme von Gliniden also sagen, dass der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit absinkt und auch der über längeren Zeitraum Aufschluss gebende HbA1c-Wert verbessert wird. Das Mittel wirkt nur wenige Stunden, weswegen eine längere Unterzuckerung ausgeschlossen werden kann. Gerade bei Patienten, die gerne die eine oder andere Mahlzeit ausfallen lassen, eignen sich die kurz wirksamen Präparate. Jedoch sollten Glinide nicht direkt vor dem Autofahren oder der Bedienung von Maschinen eingenommen werden. Als Nebenwirkungen sind Beschwerden des Magen-Darm-Traktes bekannt. Nicht angewendet werden dürfen Glinide bei Leber- oder Nierenerkrankungen.

Glitazone
Glitazone erhöhen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen, sie sind unter die Substanzgruppe der Insulinsensitizer zu fassen. So kann Insulin in den entsprechenden Zellen wieder vollständig wirken, die Wirkstoffe verbessern also die Insulinresistenz. Daneben werden freie Fettsäuren im Blut gesenkt. So haben sie positiven Einfluss auf die Gefäßwände und reduzieren so das Risiko an Folgeerkrankungen von Diabetes zu erkranken. Auch die Bauchspeicheldrüse wird dabei entlastet, weil sie nun nicht mehr eine erhöhte Insulinausschüttung gewährleisten muss. Glitazone können sogar die Erkrankung herauszögern. Mögliche Nebenwirkungen können Wassereinlagerungen (Ödeme), Gewichtszunahme und Herzschwäche sein. Wichtig ist, dass Glitazone nicht an Patienten verabreicht werden, die eine Leberfunktionsstörung oder Herzschwäche aufweisen. Darüber hinaus dürfen sie nicht in Kombination mit Insulin eingenommen werden. Entsprechend aufschlussreiche Langzeitstudien gibt es über die Glitazone, was die Nebenwirkungen angeht, noch nicht.

Sulfonylharnstoffe
Sulfonylharnstoffe beeinflussen die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse, die Wirkstoffe sind dabei Glibenclamide oder Glimepiride. Diese Stoffe führen zu einer gesteigerten Insulinabgabe durch die insulinproduzierenden B-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Medikamente mit diesen Wirkstoffen werden ein bis zwei Mal am Tag vor der Nahrungsaufnahme eingenommen und sind ausschließlich für Diabetiker geeignet, deren Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin bilden kann. Der Vorteil der Sulfonylharnstoffe ist, dass diese lang andauernde und kräftige Wirkungen zeigen. Da die Wirkung dieser Stoffe unabhängig von der Zuckerkonzentration im Blut ist, kann es jedoch zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen. Die Kohlenhydrataufnahme des behandelten Patienten muss daher konstant und regelmäßig am Tag erfolgen. Des Weiteren können Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden und Sehstörungen als Nebenwirkungen auftreten. Bei Typ-2-Diabetes sind sulfonylharnstoffhaltige Medikamente die meist verwendeten Präparate.