Neben Freude und Glücksgefühlen kann eine Schwangerschaft auch Ängste auslösen, denn nun ist man nicht nur für sich selbst verantwortlich. Der Körper funktioniert auch nicht mehr wie im alten Leben und es tauchen kleine und große Wehwehchen auf, denen man jetzt noch mehr Gewicht beimisst als zuvor. Was soll und darf man aber tun, wenn man durch das eine oder andere Leiden Medikamente zu sich nehmen muss? Oder sollte man gar keine Medikamente in der Schwangerschaft einnehmen?
Die Plazenta ist ein Schadstofffilter
Die Plazenta ist ein Wunder der Natur. Sie arbeitet wie ein Filter und ist über die Gebärmutterwand mit der Mutter und über die Nabelschnur mit dem Embryo verbunden. Sie produziert lebenswichtige Hormone und übernimmt Verdauung und Ausscheidung für den Fötus, ohne dass mütterliches und fötales Blut miteinander vermischt werden. Und so kommt es, dass nicht alles was wir einatmen, essen, trinken oder zu uns nehmen in der gleichen Intensität auf den Embryo einwirkt. Die Plazenta filtert Schadstoffe und beugt somit schwerwiegenden Folgeschäden vor.
Die Plazenta ist kein Schutzschild
Doch die Plazenta kann nicht alles, was schlecht ist vom Fötus fernhalten. Wirkstoffe, die in Arzneien enthalten sind, wirken auch auf den kleinen Organismus. Die Einnahme von Schlaftabletten macht auch den Embryo schläfrig. Ähnliches geschieht bei der Einnahme von Opiaten. Bei regelmäßigem Konsum der Mutter kann auch das Neugeborene Entzugserscheinungen und körperliche Missbildungen aufweisen. Andere Mittel, deren Substanzen auf Ergotamin basieren und in Migränetabletten enthalten sind, können Kontraktionen der Gebärmutter und Fehlgeburten auslösen.
Bewusster Einsatz von Medikamenten und Hausmitteln
Paracetamol ist während der Schwangerschaft eine kleine Wunderwaffe gegen dieses oder jenes Zwicken und Stechen. Es gilt als absolut unbedenklich. Aspirin in hohen Dosen hingegen können die Nieren des Embryos schädigen und bei ihm Blutungen hervorrufen. Wenn man sich nicht gerade ärztlichen Rat einholen kann, sollte man bei kleineren Leiden zunächst auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Warme Kompressen über Augen und Kiefernhöhlen, sowie ein Eisbeutel auf Stirn, Schläfen oder Nacken wirken gegen Kopfschmerzen und lindern Migräne. Bei Schlaflosigkeit helfen vor dem Zubettgehen warme Milch mit Honig, Kräutertee mit Baldrian oder ein warmes Bad mit beruhigenden Ölzusätzen. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Schilddrüsenerkrankungen, Epilepsie ist in jeden Fall ärztliche Betreuung gefragt. Insulin beispielsweise ist zwar unbedenklich, weil es nicht die Plazenta durchdringt; Glukose aber sehr wohl. Dadurch muss der Blutzuckerspiegel der Mutter genauestens überwacht werden.
Beratung durch den Arzt
Jedoch sollte während der Schwangerschaft vor jeder Selbstmedikation gewarnt sein. In Zweifelsfällen sollte man die Ursachen vom behandelnden Frauenarzt abklären und sich hinsichtlich verschiedener Medikamente in der Schwangerschaft ausführlich beraten lassen.