Wer nicht auf Naturheilmittel vertrauen möchte, erhält auch in der Apotheke vielfältige – frei verkäufliche – Medikamente, die die Erkältungsbeschwerden lindern können. Ein Großteil der Präparate enthalten Substanzen, die lokal, also an Ort und Stelle, wirken. Diese Tatsache stellt auch das größte Manko dar, denn Lutschtabletten, Gurgellösungen und Sprays wirken nur oberflächlich. Die eigentliche Entzündung jedoch findet viel tiefer im Körperinnern statt, sodass die rezeptfreien Mittel nur kurzzeitige Linderung der Erkältung verschaffen können.
Man unterscheidet verschiedene Wirkungen:
Lutschtabletten
Eine häufige Last bei einer Erkältung sind Halsschmerzen, die das tägliche Leben oft in erheblicher Weise einschränken. Die geliebte Mahlzeit schmeckt nicht mehr, die Chips bei einem gemütlichen Fernsehabend kratzen im Hals und nachts wacht man auf, weil der Hals wehtut. In der Apotheke erhältliche Lutschtabletten wirken sowohl gegen die Halsschmerzen selbst als auch gegen Heiserkeit. Als bequeme Unterwegs-Variante helfen sie, den Speichelfluss anzuregen. Die Folge: Die Schleimhäute werden befeuchtet und zugleich gereinigt. Um eine dauerhafte Schmerzfreiheit zu erreichen, sollte man alle zwei bis drei Stunden eine Tablette einnehmen. Am besten ist es, die Tablette unter die Zunge zu legen oder in der Wangentasche zu „parken“, sodass sie langsam zergehen kann. Diese Vorgehensweise ist besser als ein aktives Lutschen, denn so werden die Substanzen langsam an den Organismus abgegeben. Damit die Zähne nicht geschädigt werden, sollte stets die zuckerfreie Variante gewählt werden.
Auch wenn der Hals nach drei Tagen noch schmerzt, sollten nun keine frei verkäuflichen Halsschmerzmittel mehr gebraucht werden.
Eine Alternative zu Tabletten bieten Sprays, da diese auch einen entzündeten Kehlkopf erreichen können.
Halssprays
Bei Halsschmerzen bieten verschiedene Medikamentenhersteller auch Halssprays an.
Diese wirken lokal an der entzündeten Rachenschleimhaut. Damit die Produkte aber auch richtig wirken können, ist es wichtig, dass sie nach Anleitung des Arztes, des Apothekers oder des Herstellers angewendet werden. Demnach sollte der Sprühnebel nicht eingeatmet werden. Dies vermeiden Sie, indem Sie laut „Aah“ sagen und dabei das Spray tief in den Rachenraum sprühen. Erwachsenen wird empfohlen, zwei bis drei Sprühstöße bis zu sechsmal täglich durchzuführen.
Wenn die Halsschmerzen allerdings länger als fünf Tage andauern oder die Hals- oder Rachenschleimhaut nach Gebrauch des Sprays anschwillt, sollte der Arzt aufgesucht werden.