Medikamentenbedingter Kopfschmerz

Wenn Medikamente gegen Kopfschmerzen überdosiert werden oder falsch eingesetzt werden, kann ein sogenannter medikamentenbedingter Kopfschmerz entstehen.


Symptome
Kopfschmerzpatienten, die sehr häufig oder sogar permanent unter Kopfschmerzen und weiteren alltagsbehindernden Symptomen leiden, müssen über große Willensstärke verfügen, wenn sie nicht in Versuchung geraten wollen, die Wiederherstellung ihrer Alltagstauglichkeit und vollen Leistungsfähigkeit regelmäßig durch Medikamente zu beschleunigen. Gefährdet aufgrund der Krankheitsgeschichte, psychisch und körperlich auf Medikamente angewiesen zu sein, sind vor allem chronische Kopfschmerzpatienten. Beim weitverbreiteten Kopfschmerz vom Spannungstyp kommt das Problem hinzu, dass die Kopfschmerzart in sehr vielen Fällen keine richtige Diagnose stattfindet und der Patient eine Odyssee durch verschiedene Arztpraxen hinter sich hat, bis er resigniert beschließt, eine Selbstmedikation vorzunehmen. Eine solche führt nicht selten zur Einnahme von regelrechten „Schmerzmittelcocktails“, da der Patient in einem mitunter langwierigen Prozess versucht, selbstständig Medikamente in angemessener Dosierung zu finden, die seine Symptome lindern oder beheben. Werden im Rahmen dieser Selbsttherapierungsversuche Schmerzmittel oder spezielle Migränemittel regelmäßig zugeführt, kann es zu einem Kopfschmerz kommen, der durch Medikamente verursacht ist. Darüber hinaus können Medikamente, die ursprünglich sporadisch aufgetretenen Kopfschmerzen in dauerhafte verwandeln.

Medikamentenbedingter Kopfschmerz
Kopfschmerzen, die durch Medikamente hervorgerufen werden, unterscheiden sich in ihren Merkmalen abhängig davon, welche Medikamentenart überkonsumiert wurde. Ein Übergebrauch von Migränemitteln, den sogenannten Triptanen, äußert sich demzufolge anders als ein Überkonsum des in Kopfschmerztherapien eingesetzten Ergotamins oder von Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure und Paracetamol. Die Beschwerden, die von einem Triptanübergebrauch herrühren, treten zumeist auf einer Kopfhälfte sowie in Begleitung von Übelkeit auf. Die Schmerzen sind pulsierend, und die Migräneattacken nehmen in ihrer Anzahl zu. Ein ergotamininduzierter Schmerz wird mehr drückend anstatt pulsierend empfunden, ebenso der Schmerz, welcher bei Überkonsum von Schmerzmitteln entsteht. Bei allen Arten der medikamenteninduzierten Schmerzen ist ein Auftreten an mindestens 10 Tagen im Monat beobachtet worden. 80 Prozent der Patienten mit medikamenteninduzierten Kopfschmerzen berichten, dass sie rund um die Uhr an jedem Tag des Monats kopfschmerzgeplagt sind.

Vorkommen
Medikamentenbedingter Kopfschmerz kommt unter chronischen Kopfschmerzpatienten besonders häufig vor. Für diese Patientengruppe kann geschätzt werden, dass 10 Prozent der Patienten einen medikamenteninduzierten Schmerz erleiden. Die Dunkelziffer könnte jedoch noch deutlich höher liegen.