Medikamentenliste für Senioren: im Notfall informiert

Senioren, die eine Reihe von Medikamenten zu sich nehmen müssen, sollten eine Medikamentenliste führen, denn diese kann lebensrettend sein.


Immer mehr Senioren erfreuen sich heute eines hohen Alters. Und wer dann auch noch gesund und fit ist, bleibt weiterhin aktiv und kann am Leben teilhaben. Nicht zuletzt hat die enorme Weiterentwicklung der Medizin dafür gesorgt, altersbedingte chronische Leiden durch speziell entwickelte Medikamente zu lindern. Viele Senioren werden oft von mehreren spezialisierten Ärzten gleichzeitig behandelt. Dies führt dazu, dass jeder Arzt auch Medikamente verschreibt.
Nicht selten nimmt der ältere Mensch deshalb mehr als zehn verschiedene Tabletten zu sich. Eine detailierte Medikamentenliste gibt hier eine gute Übersicht und verschafft Klarheit über die verschriebenen Produkte.

Der Pillencocktail als Zeitbombe
Die meisten verschriebenen Medikamente haben Nebenwirkungen, insbesondere wenn sie mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten. Gerade der Organismus älterer Menschen schafft es nicht mehr, die Vielzahl der eingenommenen Wirkstoffe zu verarbeiten, aufzunehmen und abzubauen. Die Folge davon sind oftmals zum Beispiel Nierenschäden, Magenbluten und häufige Stürze. Senioren, die eine sorgfältige Medikamentenliste führen sind für diese Fälle gut gerüstet, denn diese Liste gibt einen genauen Aufschluss über die aufgenommenen Wirkstoffe. Senioren sollten zudem engen Kontakt mit dem Hausarzt halten, damit dieser die Zusammensetzung der Liste regelmäßig überprüfen kann.

Die Priscus-Liste
Eine ganze Reihe von Medikamenten weist gefährliche Nebenwirkungen auf, die für Senioren ab 65 Jahren nicht oder nur noch sehr eingeschränkt zu empfehlen sind. Damit ältere Patienten sich selbst einen Überblick über Medikamente verschaffen können, die als gefährlich eingestuft werden, wurde die sogenannte „Priscus-Liste“ entwickelt. Insgesamt 83 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe stehen derzeit auf der Priscus-Liste. So können Senioren selbst erkennen, wenn eines ihrer Medikamente einen auf der Liste verzeichneten Wirkstoff enthält.

Therapie auf keinen Fall beenden
Das Arzneimittel sollte nicht eigenmächtig abgesetzt werden, um sich nicht selbst zu gefährden. In einem Gespräch mit dem Arzt können Senioren herausfinden, wie die Therapie in Zukunft fortgesetzt werden soll und ob hinsichtlich des Medikaments eine Alternative möglich ist. Die Führung einer Medikamentenliste kann in dem Falle sogar Leben retten. Denn eventuelle schädliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln oder Unverträglichkeiten können genau erkannt werden und dienen als wichtige und wertvolle Informationsquelle.