Meditationsübungen - von inneren Konflikten zu innerer Ruhe

Seitdem wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, dass sich während einer Meditation die Frequenz der Gehirnwellen verändert und damit heilsame Wirkungen einhergehen, interessieren sich auch im Westen immer mehr Menschen für Meditationsübungen.


Seitdem wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, dass sich während einer Meditation die Frequenz der Gehirnwellen verändert und damit heilsame Wirkungen einhergehen, interessieren sich auch im Westen immer mehr Menschen für das Thema Meditation.

 

Wohlgefühl durch Synchronisation der Hirnareale

Der Sportwissenschaftler Prof. Kurt Weiß fand beispielsweise heraus, dass es während einer Meditationssitzung zu einer Zunahme der Hirnaktivität durch Synchronisation der Hirnareale kommt, was zu einer deutlichen Steigerung des Wohlgefühls führen könne. Die positiven Veränderungen im Gehirn beschränken sich nach Erkenntnissen des Neurowissenschaftlers Dr. Ulrich Ott nicht nur auf dem Meditationsprozess selber, sondern können zu einer nachhaltigen Neustrukturierung der Gehirnaktivitäten führen. Während Meditation schon lange als wirksames Mittel gegen Stress und Ängste bekannt ist, konnten neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass auch die Pulsfrequenz und das Immunsystem durch regelmäßiges Meditieren günstig beeinflusst werden.

 

Keine Zeit für Entspannung?
Wenn Meditation sich so positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen auswirkt, warum meditieren dann so wenige Menschen regelmäßig? Die meisten versuchen es erst gar nicht, weil sie glauben, keine Zeit dafür zu haben. Immerhin fordern Meditationslehrer ihre Schüler in der Regel dazu auf, täglich mindestens 30 Minuten zu meditieren. In Wirklichkeit reichen aber bereits fünf Minuten täglich oder zwei Mal 15 Minuten in der Woche dazu aus, um nachhaltig entspannter und bewusster zu leben.

 

Versuchen Sie es selbst!
Die meisten Anfänger glauben irrtümlich, dass sie sich zu häufigen und langen Sitzungen zwingen müssten, was zwangsläufig zu Frustrationen und letztendlich zum Aufgeben führt. Dabei sind Anzahl und Dauer der Sitzungen gar nicht das Entscheidende. Worauf es vor allem ankommt, ist die Qualität der Meditation.
Nach meinen Erfahrungen ist eine Meditation um so wirksamer, je einfacher sie ist. Ich empfehle Anfängern deshalb folgende Meditationsübungen:
1.Wähle für deine Sitzungen einen ruhigen Ort, an dem du dich wohlfühlst.
2.Nimm eine bequeme Sitzhaltung ein, achte darauf, dass deine Wirbelsäule gerade ist und halte deine Augen geschlossen (Fortgeschrittene können sie später wahlweise öffnen).
3.Verbleibe während der Meditation in der Beobachterrolle. Nimm einfach wahr, was geschieht, ohne deine Gedanken, Vorstellungen, Gefühle oder Körperempfindungen zu beurteilen oder verändern zu wollen.

 

Sich inneren Konflikten stellen
Wer ohne bestimmte Erwartungen zu haben, auf diese einfache Weise meditiert, wird feststellen, dass sich die entspannte Präsenz während der Sitzungen allmählich auf das alltägliche Leben auszudehnen beginnt. Sollte dies nicht geschehen, ist das in der Regel ein Zeichen dafür, dass unterschwellige innere Konflikte den in der Meditation zur Verfügung gestellten freien Raum nutzen, um an die Oberfläche zu kommen. Das kann weh tun, irritieren und einen dazu veranlassen, mit dem Meditieren aufzuhören. Wer aber bereit ist, sich seinen inneren Konflikten zu stellen - sei es allein, mit Freunden oder bei einem professionellen Berater - wird bald merken, dass Meditation nicht nur eine wirksame Methode zur Aufdeckung, sondern auch zur Auflösung alter Konflikte ist.
Fast jeder kommt irgendwann an diesen kritischen Punkt, wo er glaubt, dass die Meditationsübungen ihn eher aufwühlen als beruhigen. Je entschlossener und entspannter er sich dann den Konflikten stellt, desto mehr Ruhe wird sich breit machen – während der Meditation ebenso wie im Alltag.

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Andreas Tenzer verantwortlich.