Medizin studieren ohne NC - Möglichkeiten

Medizin studieren ohne NC können auch Abiturienten mit einem nicht ganz so perfekten Notendurchschnitt. Die Möglichkeiten dafür sind vorhanden.


Medizin studieren ohne NC – ein Wunsch vieler Abiturienten, deren Noten sich zwar über dem Durchschnitt bewegen, aber die dennoch nicht für einen Studienplatz im Fach Medizin ausreichen. Gefordert wird zurzeit je nach Bundesland eine Note zwischen 1 und 1,4 Komma vier, doch lediglich zwanzig Prozent der Studienplätze werden rein über den Notendurchschnitt vergeben. Zu 60 Prozent etwa laden viele Universitäten zu Auswahlgesprächen ein, um die Plätze mit passenden Bewerbern zu belegen, die restlichen zwanzig Prozent erhalten ihren Studienplatz über die Wartesemester.

Wartesemester und Auslandsstudium
Medizin studieren ohne NC ist auch mit nicht ganz so guten Noten möglich, wenn sich die Studenten über die sogenannten Wartesemester auf einen Studienplatz bewerben. Die Stiftung für Hochschulzulassungen vergibt pro Semester zwanzig Prozent der Plätze an die Bewerber, die die meisten Wartesemester vorweisen können. Ein Vorteil der Wartesemester liegt darin, dass die künftigen Studenten in der Lage sind, bereits medizinische Vorkenntnisse zu erwerben und somit den „Einserschülern“ gegenüber im Studium durchaus Vorteile haben.

Eine andere Möglichkeit zum Medizin studieren ohne NC ist ein Auslandsstudium. Gerade Österreich und Ungarn sind dafür sehr beliebte Länder, allerdings wurden inzwischen aufgrund des großen Ansturms deutscher Abiturienten Quoten für ausländische Studenten und Aufnahmetests eingeführt. Ein Auslandsstudium hat allerdings in der Regel den Nachteil, dass sehr hohe Kosten auf den jungen Menschen zukommen, sodass dieser Weg nicht für alle Studenten gangbar ist. Viele Studenten nutzen deshalb die Möglichkeit, nach dem Physikum und mit etwas Glück, zurück auf eine deutsche Universität zu wechseln.

Bundeswehruniversität, private Universität und Losverfahren
Eine gute Alternative zum Studium an einer staatlichen, einer ausländischen oder einer privaten Universität sind die Universitäten der Bundeswehr. Der Notendurchschnitt für Humanmedizin liegt hier bei 2,5, allerdings erwartet der Staat im Gegenzug für das bezahlte Studium eine Mindestverpflichtungszeit von 17 Jahren, wobei auch Auslandseinsätze in Kauf genommen werden müssen. Da Bundeswehrärzte ganz besonderen Belastungen ausgesetzt sind, ist für die Bewerber ein ausführliches Testverfahren vorgesehen, dass deutlich mehr gewichtet wird, als die Abiturnoten.

Gut betuchte Abiturienten können Medizin studieren ohne NC an einer privaten Universität. Die Aufnahmebedingungen sind meisten auf ein Bewerbungsgespräch reduziert, die Kosten liegen allerdings auch teilweise deutlich höher als an einer staatlichen Universität. Wer sich die Kosten nicht leisten kann, hat die Möglichkeit, über das Losverfahren einen Studienplatz zu ergattern, da einige Universitäten ihre nicht vergebenen Restplätze über dieses System besetzten. Hier sind die Noten irrelevant, wer Glück hat, kann auch mit einem Dreier-Abitur auf diesem Weg zu einem Studienplatz für Medizin kommen – die Anzahl der Teilnahmen an den Verlosungen ist dabei nicht beschränkt.