Medizinisches Hintergrundwissen - Alzheimer und der Aufbau des Gehirns

Um die Krankheit Alzheimer besser verstehen zu können, soll hier das medizinische Hintergrundwissen in kürze zusammengefasst werden. Der Aufbau des Gehirns und der Gene werden erklärt.


Aufbau des Gehirns
Das Gehirn liegt in der Hirnhöhle, welche durch den Schädel gebildet wird. Es ist umgeben von drei Hirnhäuten: der harten Hirnhaut (Dura mater), der Spinnengewebshaut (Arachnoidea) und der weichen Hirnhaut (Pia mater). In der Spinnengewebshaut liegen die Blutgefäße. In dem Zwischenraum, der zwischen dieser und der weichen Hirnhaut liegt, befindet sich Hirnflüssigkeit (Liquor).
Den größten Teil des Gehirns stellt das Großhirn dar, dessen gewundene Außenschicht – die Großhirnrinde – für die eigentliche Denkarbeit zuständig ist. Hier entstehen außerdem unsere Empfindungen sowie die Gefühle und auch das Gedächtnis liegt in der Hirnrinde. Das Kleinhirn ist für den Gleichgewichtssinn und die Koordination sowie für die Orientierung zuständig. Die Botenstoffe, welche für die Informationsweiterleitung und -speicherung zuständig sind, werden im Zwischenhirn gebildet. Es ist unter anderem für unseren Tag-Nacht-Rhythmus und die Körpertemperatur verantwortlich. Der Hirnstamm steuert beispielsweise unsere Atmung, den Herzschlag und die Reflexe.
Zwischen den einzelnen Hirnteilen liegen die Hirnkammern, welche ebenfalls Liquor enthalten. Durch die Hirnflüssigkeit wird das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

 

Die Gene
Unser Erbgut (Genom) enthält die Informationen über den Aufbau unserer Zellen und unseres Körpers. Das Erbgut besteht aus der DNS (Desoxyribonukleinsäure), die wiederum aus vier verschiedenen kleinen Molekülen, den Basen, aufgebaut ist. Die Reihenfolge, in der diese Basen angeordnet sind, ist entscheidend für den späteren Aufbau beziehungsweise das Aussehen des Körpers, wie die Augen- oder Hautfarbe des Menschen. Hat sich jedoch ein Fehler (Mutation) in diese Anordnung eingeschlichen, können Krankheiten entstehen.
Die Basen sind in langen Ketten angeordnet. Jeweils zwei Basenketten lagern sich zusammen und ergeben so einen DNS-Strang, der leicht in sich gedreht ist, die sogenannte Doppelhelix. Bestimmte Abschnitte eines Strangs können zu Genen zusammengefasst werden, da sie die Informationen für denselben Baustein oder dasselbe Merkmal, wie zum Beispiel die Augenfarbe, angeben. Nun haben wir nicht nur einen DNS-Strang, der viele verschiedene Gene enthält, sondern gleich mehrere. Diese Stränge werden als Chromosome bezeichnet.