Mehr Arbeiterrechte für Blumenarbeiterinnen - Das FLP-Siegel

Nun kann jeder Kunde den Kampf für mehr Arbeiterrechte der Blumenarbeiterinnen, durch den Kauf von Blumen mit dem FLP-Siegel, unterstützen.


Heutzutage sollte es jedem Menschen ein Anliegen sein darauf zu achten, unter welchen Bedingungen all die Dinge hergestellt werden, die man kauft. Im Wettbewerb auf dem Weltmarkt um Aufträge und den Produktabsatz, geht es bekannterweise keineswegs zimperlich oder gar sozial zu. In der Regel gewinnt derjenige das Rennen, der am billigsten produziert. In den Industrieländern profitieren wir natürlich von den billigen Produkten und regen uns und über die kleinsten Preissteigerungen auf. Nur wenige Menschen machen sich tatsächlich mehr Gedanken über die Hintergründe, die oftmals von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen zu einem verschwindend geringen Lohn geprägt sind. Auch bei dem Kauf von Schnittblumen kann man etwas Verantwortungsbewusstsein unter Beweis stellen und sich zumindest indirekt für mehr Arbeiterrechte anderer Menschen einsetzen.

Probleme in den Blumenfarmen
Die Produktion von Schnittblumen für Europa weist sich arbeits- und menschenrechtlich als ebenso problematisch auf, wie bei nahezu allen Branchen, die in Entwicklungsländern produzieren. Die Arbeitsbedingungen für die hauptsächlich weiblichen Arbeiter und die Umweltbelastung wird in der Regel völlig hinter dem kurzfristigen Profitdenken angestellt und die schlechte Situation des Arbeitsmarktes und die generelle Armut dieser Länder gnadenlos ausgenutzt. Hungerlöhne, Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz, ein übermäßiger Pestitizideinsatz, eine ungeheure Umweltbelastung und Unterdrückung freier Gewerkschaften sind nur eine grobe Zusammenfassung der Misstände auf den Blumenfarmen.

Das „Flower Label Programm – Blumen aus sozial- und umweltschonender Produktion“
Das FLP-Siegel ist Teil einer gemeinsamen internationalen Kampagne unterschiedlicher Organisationen und Gewerkschaften, die sich für Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen auf Blumenfarmen auf der ganzen Welt einsetzt. Seit 1999 existiert das FLP-Siegel für Schnittblumen als Ergebnis der bisherigen Arbeit der Kampagne. Damit werden Schnittblumen aus Entwicklungsländern in Lateinamerika und Afrika ausgezeichnet, die sich an die zehn Kriterien „Internationaler Verhaltenskodex in der internationalen Schnittblumenindustrie“ halten. Die Schnittblumenproduzenten, die an diesem Programm teilnehmen und das FLP-Siegel erhalten, verpflichten sich an die universellen Arbeits- und Menschenrechte, sowie an internationale Umweltstandards zu halten. Die mittlerweile 50 teilnehmenden Betriebe aus sechs verschiedenen Ländern, wie Kolumbien, Tansania und Kenia, werden selbstverständlich dahingehend überwacht.

Die zehn Kriterien des FLP
Zu den zehn Kriterien gehören Dinge, die für uns teilweise schon sehr lange selbstverständlich sind, für die Menschen in diesen Betrieben jedoch, eine ungeheure Verbesserung ihrer Lage bedeuten. Dazu gehört das Recht, freie Gewerkschaften zu gründen und Kollektivverhandlungen zu führen. Frauen und Männer müssen in den Betrieben gleichbehandelt werden, beispielsweise hinsichtlich des Lohns. Die Löhne müssen existenzsichernd sein, bei maximalen Arbeitszeiten von 48 Stunden. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz muss gewährleistet werden. Kinder- oder generelle Zwangsarbeit ist komplett untersagt und es muss eine Beschäftigungssicherheit, also Festanstellungsverträge, geben. Auch der Umweltschutz kommt nicht zu kurz. Die Betriebe verpflichten sich auf hochgiftige Pestizide und Chemikalien zu verzichten und sich so an internationale Umwelt-Richtlinien zu halten.