Melasse selber machen: Anleitung

Um Melasse selber machen zu können, sind entweder Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Zuckerhirse nötig, eine Alternative aus Haushaltszucker kommt dem nahe.


Melasse ist ein Nebenprodukt aus der Zuckerproduktion, es handelt sich dabei um einen dunkelbraunen Zuckersirup mit honigartiger Konsistenz. Melasse selber machen ist nur begrenzt möglich, da für die echte Melasse eine Chromatografie notwendig ist. Die Chromatografie ist ein spezielles Verfahren, das, vereinfacht ausgedrückt, den Zucker in seine Bestandteile zerlegt.

Grundlagen zur Melasse

  • Um echte Melasse selber machen zu können, müssten entweder Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Zuckerhirse zu Zucker verarbeitet und dann mittels Chromatografie die Melasse abgespalten werden. Melasse besteht aus drei Promille Salzen, Betain, Vitaminen und organischen Säuren, sowie ungefähr sechzig Prozent Zucker, dieser wiederum aus Raffinose und Saccharose. Raffinose ist ein Dreifachzucker, der den Kohlehydraten Fructose, Galactose und Glucose besteht, Saccharose ist der klassische Kristallzucker. Der Name Melasse leitet sich vom französischen miel, also Honig, ab.
  • Zuckerrohr gehört zu den Süßgräsern und kommt aus Ostasien. Es wird heute für die Zuckerproduktion in geeigneten Klimazonen angebaut, während Zuckerhirse, ein klassisches Grünfutter, nur bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts und da überwiegend zur Melasseproduktion, verwendet wurde. Zuckerrüben sind in Deutschland weit verbreitet, ihr Ursprung liegt bei der Gemeinen Rübe, doch durch züchterische Veränderung mutierte sie im Laufe der Zeit zum Zuckerlieferanten.
  • Sie ist eine bedeutende Zuckerpflanze, deren Nebenprodukte auch als Futtermittel oder für die Fermentation zum Einsatz kommen. Zuckerrübensirup lässt sich leicht im Gegensatz zur Melasse selber machen, in dem Zuckerrübenschnitzel so lang in Wasser kochen, bis sie weich sind, dann gefiltert, durch ein Sieb gepresst und die Flüssigkeit nochmals so lange gekocht wird, bis die gewünschte Konsistenz entstanden ist.

Melasseverwendung und -herstellung

  • Die Verwendung von Melasse ist weit verbreitet, zum einen in der Landwirtschaft, zum anderen in der Nahrungsmittelherstellung und in der Industrie. Zum Einsatz in der Landwirtschaft kommt Melasse zum Beispiel als Binder für Futterpellets und als eigenständiges Futtermittel, in Nahrungsmittelindustrie als Farbstoff, Fermentationsrohstoff, zur Alkoholproduktion und Ähnlichem. Melasse findet sich in Rum, indischem Whisky oder auch Wodka, als Farbstoff in Broten sowie als reiner Alkohol für die Medizin und Industrie, die aus der vergorenen Melasse entstandene Vinasse ist ein Futtermittelzusatz und ein Düngemittel. Pharmakologisch ist die Melasse ein Nährboden für Mikroorganismen für Antibiotika und Enzyme.
  • Als Brotaufstrich oder als Backmittel kann man Melasse selber machen, in dem Wasser aufgekocht und mit eingerührtem Zucker so lange weiter gekocht wird, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Topf vom Herd nehmen und das Zuckerwasser sofort in eine Glasflasche füllen. Nach dem Erkalten ist eine zähe Flüssigkeit entstanden, die der Melasse sehr ähnlich ist, jedoch nicht der industriell hergestellten Melasse entspricht. Diese ist in Reformhäusern und Bioläden erhältlich.