Merkmale der Glosse: So schreiben Sie richtig bissig

Beachten Sie den Aufbau und die typischen Merkmale der Glosse, können Sie ganz leicht geistreiche und spitzzüngige Texte erstellen.


Als Glosse bezeichnet man im Journalismus Meinungsbeiträge, die sich durch ihre satirische Art von anderen Textbeiträgen, wie Kommentare oder Leitartikel, unterscheiden. Die Glosse findet man hauptsächlich in Zeitungen und Zeitschriften. Sie ist die schwierigste und kürzeste Stilform des Journalismus.

 

Die Merkmale einer Glosse
Typische Merkmale der Glosse sind die meinungsbetonten und journalistischen Darstellungsformen. Das Meinungsbild und der Kommentar des Verfassers werden mit kritischen, originellen und witzigen Worten geschildert. Der Leser soll mit Glossen zum Schmunzeln und Lachen angeregt werden und ihm einen amüsanten Lesegenuss verschaffen.

Oft sind es alltägliche Gegebenheiten, Marotten oder Unsitten, die auf überspitzte Art dargestellt werden. Das typische an einer Glosse ist meistens die geistreiche und überraschende Pointe am Schluss. Der Text wird in Kurzfassung geschrieben und hat einen komplexen Satzbau. Auffallende Merkmale der Glosse sind ausserdem die lebendige Sprache und die treffenden Adjektive. Metaphern, Vergleiche oder Fremdwörter werden ebenso häufig verwendet, wie Fachausdrücke oder Umgangssprache.

So schreibt man eine Glosse

  • Um richtig bissige Texte zu verfassen, müssen die Merkmale der Glosse in allen Einzelheiten berücksichtigt werden. Diese lassen sich in drei Punkte aufteilen. Die übertriebene Darstellung, der Überschlag ins Unrealistische und der wichtigste Punkt, der pointenreiche Schluss.

 

  • Zu Beginn wählt der Autor ein Thema aus, das ihm besonders wichtig erscheint. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein politisches Thema handeln. Auch Gegebenheiten aus dem Leben können oft Anreiz für eine Glosse sein. Kindererziehung, Beziehungskämpfe, Verwandtschaft und vieles mehr kann dafür verwendet werden.

 

  • Hat der Schreiber sein Thema gewählt, geht es darum, möglichst viele Argumente und persönliche Meinungen festzuhalten. Diese verpackt er dann in übertriebener Form auf ironische und sarkastische Weise in einen kompakten Satzbau. Ein guter Einstieg kann ein passendes Zitat oder eine Szenenbeschreibung sein.

 

  • Am Schluss des Textes sollte der Leser die Meinung des Verfassers über das gewählte Thema klar erkennen können und daraus auch dessen Argumente dafür verstehen. Neben all dieser Merkmale der Glosse darf jedoch beim wichtigsten Punkt auf keinen Fall gespart werden. Bei der Komik. Von der kann eine Glosse nie genug haben.