Metabolisches Syndrom - Risiken

Ein metabolisches Syndrom tritt oft gemeinsam mit einer Typ-2-Diabetes auf. Die Krankheit bleibt durch ihr langsames Fortschreiten oft viele Jahre unentdeckt.


Unter dem Begriff Metabolismus versteht man den Stoffwechsel. Die Bezeichnung Metabolisches Syndrom beschreibt alle Risikofaktoren, die das Gefäßsystem permanent schädigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Bei Patienten, die am metabolischen Syndrom leiden, kommt es häufiger zu einer Entwicklung der Typ-2-Diabetes. Die Krankheit bleibt durch ihr langsames Fortschreiten oft viele Jahre unentdeckt.

 

Zahlen und Fakten

International wurde bereits definiert, wann ein Patient am Metabolischen Syndrom leidet. Treffen drei der folgenden Risikofaktoren zu, ist der Patient an dem verkannten Volksleiden erkrankt. Folgende Faktoren sind Indizien für das Krankheitsbild: Überschreiten des Triglyceridwert von mindestens 150 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und/oder Einnahme fettsenkende Mittel; HDL-Cholesterin bei Männern unter 40 mg/dl und bei Frauen unter 50 mg/dl; Nüchternblutzucker (Plasmaglukose) von mindestens 6,1 Millimol pro Liter (entspricht 110 mg/dl); Blutdruck von mindestens 130/85 mm Hg und/oder Einnahme blutdrucksenkender Mittel sowie ein Bauchumfang von mindestens 102 Zentimeter bei Männern und mindestens 88 Zentimeter bei Frauen. Internationale Organisationen haben sich sogar für noch strengere Richtlinien ausgesprochen. 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden demnach am metabolischen Syndrom. Trotzdem wird die Krankheit von den Ärzten nur selten diagnostiziert, weil der Begriff mehrere Risikofaktoren zusammenfasst.

 

Metabolsiches Syndrom: Therapie und Bewegung helfen
Krankenkassen haben keine eigenständige Nummer für das Metabolische Syndrom, weshalb sich Ärzte bei der Diagnose und Behandlung auf die einzelnen Krankheiten fokussieren. Ein weiteres Problem stellt die Definition der Grenzwerte dar, die letztendlich willkürlich gewählt werden, obwohl die Gefahr stetig wächst und nicht erst bei einem bestimmten Maß anfängt. Klarheit herrscht dagegen bei den Ursachen für das Metabolische Syndrom. Als Folge von Bewegungsmangel in Kombination mit Übergewicht und entsprechender genetischer Veranlagung, bei der sich das Körperfett vor allem am Bauchraum anlagert, entwickelt sich das Metabolische Syndrom. Alle Risikofaktoren erfordern eine einheitliche Grundbehandlung mit einer Ernährungsumstellung durch weniger Fett und dem Ersetzen von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren sowie mindestens 2,5 Stunden Bewegung pro Woche. Optimiert werden kann die medikamentöse Therapie, wenn Medikamente eingesetzt werden, die mehrere Risikofaktoren und nicht wie bisher jeden Risikofaktor einzeln behandeln.