Methoden der Psychotherapie

Die Freud'sche Couch kennt wohl jeder, aber welche andere Methoden der Behandlung einer psychischen Störung gibt es?


Die Psychotherapie umfasst alle psychologischen Verfahren, die darauf abzielen, psychosomatische Krankheiten oder Leiden ohne die Beigabe von Medikamenten zu therapieren. Dabei kann man unter vielen verschiedenen Therapien unterscheiden, die sich jedoch allesamt auf wissenschaftlich fundierte psychologische Methoden berufen.

Paartherapie
Liegen akute oder länger andauernde Beziehungsprobleme oder sexuelle Schwierigkeiten in der Partnerschaft vor, eignet sich insbesondere die Paartherapie. Voraussetzung dieser Therapie ist natürlich, dass beide Partner noch Interesse am Erhalt ihrer Partnerschaft haben. Therapiert wird nicht einzeln, sondern immer paarweise, damit Verhaltensmuster und Beziehungsstrukturen besser beurteilt werden können. Der Therapeut analysiert, wie beide Partner miteinander umgehen, wobei das Ziel nicht ist, ihn oder sie als Sündenbock hinzustellen. Vielmehr geht es darum eventuelle Kränkungen oder Missverständnisse in der Beziehung abzuarbeiten.

Familientherapie
Die Familientherapie findet meist mit allen Angehörigen einer Familie statt. Bei dieser Therapie steht nicht das Individuum, sondern die Familie als soziales System im Mittelpunkt. Es geht insbesondere um die Kommunikation innerhalb der Familie, das heißt, es geht um das Handeln, beziehungsweise das Nicht-Handeln der Familienmitglieder, die auf diese Weise möglicherweise den persönlichen Wachstum einzelner Mitglieder der Familie verhindern. Eine Familientherapie ist immer dann sinnvoll, wenn die Balance in der Familie ins Schwanken gerät. Dies ist zum Beispiel bei dem Tod eines Familienangehörigen der Fall oder wenn die Familie Neuzuwachs erhält. Auch in Scheidungsfällen, oder bei Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern ist eine Familientherapie ratsam.

Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die meisten Verhaltensweisen des Menschen nicht angeboren, sondern erst im Laufe des Lebens erlernt werden. Dabei nimmt der Mensch natürlich nicht nur positive, sondern auch negative Verhaltensmuster an, die nicht nur den Patienten selbst, sondern auch seine Mitmenschen belasten und ein Zusammenleben erschweren. Im Mittelpunkt der Therapie steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Nachdem die Entstehung und die Ursachen von Problemen analysiert werden, regt der Therapeut alternative Methoden an, mit denen sich der Patient in Zukunft besser mit sich und seiner Umwelt zurechtfinden soll.

Psychoanalyse
Sigmund Freud entwickelte 1900 die Psychoanalyse, zu Deutsch die „Seelenzergliederung“. Die Psychoanalyse basiert auf der Annahme, dass das Unterbewusstsein eines jeden Menschen stärker ist als sein Bewusstsein. Nach Freud ist in unserem Unterbewusstsein eine Art „Grundmuster“ tief verankert, welches stetig über unsere Verhaltensweisen und unser Handeln bestimmt. Selbst bei Konflikten würde das bedeuten, dass der Mensch immer gleich handelt, ohne dies bewusst zu merken. Während der Psychoanalyse redet der Patient spontan über seine Gefühle und Ängste, was auch als „freies Assoziieren“ bezeichnet wird. Ziel ist es, dass der Patient beim Erzählen schließlich das unterbewusste Grundmuster wiederholt, welches den aktuellen Konflikt begründet. So kann der Therapeut auf dieses Muster zurückgreifen und den Patienten damit konfrontieren. Übrigens: Bei der klassischen Psychoanalyse liegt der Klient auf der Couch.