Mietkaution - Eine finanzielle Absicherung für beide Parteien

In den meisten Fällen müssen Mieter eine Mietkaution zahlen, wenn sie eine neue Wohnung beziehen. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme sowohl für Mieter und Vermieter.


Jeder Vermieter darf, muss aber nicht, von seinem Mieter eine Kaution verlangen. Diese Sicherheitszahlung sichert ihn finanziell ab, falls der Mieter seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkommt, beispielsweise bei Schäden am Mietobjekt oder bei ausstehenden Mietzahlungen. Für den Mieter ist eine Kaution ebenfalls ein finanzielles Sicherheitspolster. Im Falle eines großen Schadens muss er nicht plötzlich das Geld zusammenbekommen, sondern kann sich aus den Kautionsmitteln "bedienen".
Um von diesem Recht Gebrauch zu machen, muss eine Kautionsvereinbarung im Mietvertrag festgehalten werden. Wenn dies nicht der Fall ist, hat der Vermieter keinen Anspruch auf eine Zahlung. Weiterhin muss er sich an die gesetzlichen Bestimmungen zur Kautionshöhe, Fälligkeit, Anlageform und Verzinsung halten.

Art und Höhe der Mietkaution
Es bestehen Möglichkeiten einer freien Vereinbarung über die Art der Sicherheit. Am häufigsten ist die Barkaution, deren Höhe drei Monatskaltmieten nicht übersteigen darf. Eine andere oft genutzte Variante ist die Bürgschaft durch Dritte, zum Beispiel durch Banken oder Familienmitglieder. In diesem Fall darf die Höhe des Betrages ebenfalls drei Monatskaltmieten nicht übersteigen, auch wenn im Vertrag eine Bürgschaft ohne Begrenzung vereinbart ist.
Die Zahlung kann über Überweisung oder auch bar durchgeführt werden. Im letzten Fall sollte man darauf achten, eine Quittung aus Beweisgründen zu erhalten. Weiterhin hat der Mieter das Recht, die Kaution in drei gleich hohen aufeinanderfolgenden Raten zu zahlen.

Rechte und Plichten des Vermieters
Die erhaltene Mietkaution muss der Vermieter getrennt von seinem privaten Vermögen bei einem Kreditinstitut zinsbringend als Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist anlegen. Seit 2001 können die Vertragsparteien auch andere gewinnbringende Anlageformen (Aktien, Fonds) vereinbaren. Die Zinsen werden dem Mieter gutgeschrieben.
Bei Beendigung des Mietverhältnisses ist der Vermieter verpflichtet, die Kaution mit den Zinsen innerhalb von sechs Monaten zurückzuzahlen. Es ist erlaubt, im Mietvertrag zu vereinbaren, dass die Kaution erst drei Monate nach Ende des Mietverhältnisses ausgezahlt wird.

Rückzahlung
Fallen Kosten zur Beseitigung von Schäden in der Wohnung an, müssen konkrete Belege vorgelegt werden. Anschließend sollte die restliche Kaution unverzüglich an den Mieter rückgezahlt werden.
Sollte eine vollständige Abrechnung nach Ende des Mietverhältnisses nicht möglich sein, weil zum Beispiel eine Betriebskostenabrechnung fehlt, darf nicht die gesamte Kaution zurückgehalten werden. Der größte Teil muss an den Mieter zurückgezahlt und lediglich eine bestimmte Sicherheitsreserve zurückbehalten werden.