Mietmangel: Beeinträchtigungen, die Sie nicht hinnehmen müssen

Sie haben Schimmel oder Schaben in Ihrer Wohnung oder Sie hören jedes Wort Ihres Nachbarns? Ein Mietmangel berechtigt den Mieter, eine Mietsenkung zu beantragen.


Wer Miete zahlt, darf erwarten, dass die angemietete Wohnung makellos ist und auch das Umfeld gepflegt ist. Ist dies nicht so, ist der Mieter berechtigt, die Miete zu kürzen. Zwar ist es wichtig, seine Ansprüche geltend zu machen, man sollte aber nicht ohne Rücksprache handeln – ansonsten hat man womöglich schnell ein Gerichtsverfahren am Hals.

Die verschiedenen Bereiche
Mietmängel gibt es viele. Zum einen versteht man darunter Mängel, die direkt in der Wohnung auftreten wie beispielsweise Schimmel, Feuchtigkeit oder Fogging. Ein Mietmangel ist aber beispielsweise auch, wenn die Wohnung deutlich kleiner ist, als im Vertrag verzeichnet. Sie leiden unter Störungen durch andere Mieter, durch Gerüche oder Baulärm? Auch das kann unter Umständen ein Mietmangel sein.

Nicht jeder Mietmangel gleich schwerwiegend
Es treten Ratten in der Umgebung Ihrer Wohnung auf? Das ist nicht nur unappetitlich, sondern auch ein sehr schwerer Mietmangel. Hier kann die Miete um 100 Prozent gemindert werden. Auch anderes Ungeziefer wie Schabenbefall oder Silberfische in der Wohnung sind deutliche Mietmängel.
Es muss aber nicht gleich so dramatisch sein. Ist etwas mit der Heizung nicht in Ordnung, ist dies ebenfalls ein Mietmangel und muss behoben werden. Hier gibt es verschiedene Abstufungen. Auch fehlende Warmwasserversorgung oder leichte Schimmelbildung sind Mietmängel. Ihr Treppenhaus ist ungepflegt und mit Graffittis beschmiert oder es findet sich gar öfter Hundekot im Treppenahus? Auch das ist ein Mietmangel. Hier beträgt die Mietminderung meist zehn Prozent. Aber auch eine schlechte Trittschalldämmung und die daraus resultierende Lärmbeeinträchtigung ist ein Mietmangel.
In der Nachbarwohnung ist ein Bordell? Auch das ist ein anerkannter Mietmangel. Hier gibt es jedoch verschiedene Abstufungen. Benutzen die Freier denselben Eingang wie Sie, ergibt das zehn Prozent Mietminderung. Belästigen die Freier die Mieter gibt es jedoch schon 30 Prozent Mietminderung.

Den Vermieter informieren
Stellt man einen Mietmangel fest, muss man dies unverzüglich dem Vermieter mitteilen – schließlich muss er reagieren können. Solange der Mangel vorhanden ist, darf der Mieter die Miete mindern. Allerdings sollte man dies nicht nach Gutdünken tun, sondern vorher genau prüfen, um wieviel man berechtigt ist, die Miete zu kürzen. Bei der korrekten Einstufung des Mietmangels und der darausfolgenden Mietminderung sollten Sie eventuell einen Anwalt oder den Mieterverein vor Ort konsultieren. So gehen Sie sicher, dass Sie keine Schwierigkeiten mit dem Vermieter bekommen. Sind die Mängel jedoch vom Mieter selbst verschuldet oder kannte er die Mängel bereits beim Einzug, darf er die Miete jedoch nicht kürzen.
Auch wenn der Vermieter selbst nichts für den Mangel kann, ist der Mieter trotzdem berechtigt, die Miete zu kürzen. Ist vor dem betreffenden Haus also eine Großbaustelle, hat der Mieter ein Recht auf Mietminderung, da es sich um einen klaren Mietmangel handelt – auch wenn der Vermieter diese selbstverständlich nicht verschuldet hat.