Mietminderung bei Baulärm: Rechtliches

Die Mietminderung bei Baulärm: Hilfe zu diesem Thema wird von vielen Mietern gesucht.


Ein Hausbesitzer oder ein Mieter kann sich nichts nervigeres vorstellen, als Baulärm. In der Regel kommt nicht nur der Baulärm, sondern auch eine Menge Dreck hinzu. Am Anfang ist es meist noch vertretbar, nach einigen Wochen bis hin zu Monaten liegen dann allerdings die Nerven oft blank. Bevor hier mit dem Bauherrn oder mit dem Vermieter ein Streit begonnen wird, sollte man sich mit dem Mietrecht befassen. Ein Mieter muss die Baustelle vor der Türe oder dem Haus nicht immer in Kauf nehmen und kann in bestimmten Fällen auch eine Mietminderung bei Baulärm durchsetzen.

Das Gespräch suchen
Auch wenn die Nerven blank liegen und man durch den Baulärm ziemlich strapaziert ist, sollte man immer ruhig und sachlich bleiben. Es hilft einem nicht weiter, den Bauherrn oder Vermieter anzumeckern oder diesen zu bedrohen. Eine Mietminderung bei starkem Baulärm darf in Betracht gezogen werden, auch wenn beispielsweise ein Balkon oder die Fenster aufgrund von Schmutz und Dreck nicht genutzt werden können. Die Höhe einer Minderung der Miete hängt immer von der jeweiligen Beeinträchtigung ab. Das Gespräch mit dem Vermieter kann manchmal weiterhelfen, wobei dieser von einem Vorhaben der Mietminderung bei Baulärm oft nicht begeistert ist. Falls der Vermieter von selbst auf einen Teil der Miete verzichtet, so kann er dem Mieter entgegenkommen, dies funktioniert allerdings viel zu selten und meist muss man doch anders vorgehen.

Mietminderung bei Baulärm – Die Hilfe vom Rechtsanwalt
Eine große Hilfe stellt ein Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Mietrecht dar, dieser kennt sämtliche Gesetze und weiß, um wie viel Prozent die Miete gekürzt werden kann. Der Rechtsanwalt setzt die Briefe zur Baugesellschaft oder an den Vermieter auf und vertritt den Mieter auch vor Gericht. Jeder Mieter sollte sich an dieser Stelle überlegen, ob er dies bezahlen kann, denn diese Unterstützung kann oftmals teuer werden.
Die Hilfe vom Mieterschutzbund

Oftmals kann auch ein Mieterschutzbund gute Hilfe bieten, hierfür wird ein geringer Monats- oder Jahresbeitrag bezahlt und auch die dort sitzenden Rechtsanwälte können zu den Mietfragen weiterhelfen. Dort kann man sich telefonisch oder auch persönlich beraten lassen und auch die Anwälte vom Mieterschutzbund erledigen den Briefverkehr. Auch eine Rechtsschutzversicherung kann gegen einen geringen Betrag erworben werden, sodass die Anwälte die Mieter auch vor Gericht vertreten können.

Weitere Informationen
Damit eine Mietminderung bei Baulärm gerechtfertigt ist, muss der Baulärm erheblich sein, bohrt der Nachbar am Wochenende ein paar Löcher, so ist dies nicht ausreichend. Laut Gesetzt muss die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung eingeschränkt sein, beispielsweise wenn Fenster nicht geöffnet werden können. Es kommt bei der Beurteilung von Baulärm auch darauf an, was das Gericht als ortsüblichen Lärm ansieht.

Mietminderung bei Baulärm – Tipps
Wird einem Haus bei Einzug bereits angesehen, dass es laut werden kann, beispielsweise in einem Neubaugebiet, dann ist eine Mietminderung wegen Baulärm ausgeschlossen. In der Regel gilt, dass es für die Mietminderung egal ist, ob der Vermieter auf den Baulärm Einfluss hat. Die Mietminderung muss dem Vermieter schriftlich zugehen und die Gründe müssen erläutert werden. Bei einem Baulärm von einem Nachbargrundstück werden Mietern 10 bis 20 Prozent Mietminderung zugesprochen, bei erheblichen und langanhaltenden Bauarbeiten im selben Haus auch schon einmal bis zu 60 Prozent.