Mietvertrag für Gewerbe: Was muss drinstehen?

Ein Mietvertrag für Gewerbe unterscheidet sich in vielen Punkten von dem Vertrag für Privatpersonen.


Wer einen Mietvertrag für Gewerbe abschließen möchte, sollte sich vorher genau nach den wichtigen Punkten erkundigen. Nur dann steht er auf der sicheren Seite.

Worin unterscheidet sich der Mietvertrag für Gewerbe von dem für Wohnraum?

  • Es kommt vor, dass ein Haus oder eine Wohnung zum Teil gewerblich und zum Teil zu Wohnzwecken vermietet wird. Dann muss der Vermieter auch zwei Verträge abschließen. Das liegt darin begründet, dass das Wohnraummietrecht klar von dem Gewerbemietrecht unterschieden werden muss.
  • In einem Mietvertrag für Gewerbe muss der Vermieter bei Umsatzsteuerpflicht seine Steuernummer und eine fortlaufende Nummerierung angeben. Bei der Vermietung an eine Firma sollte der Name des Geschäftsinhabers und seine Privatanschrift vermerkt sein.
  • Wenn es sich um eine juristische Person, also um eine GmbH oder OHG handelt, dann lässt sich der Vermieter am Besten auch einen Auszug aus dem Handelsregister vorlegen. Damit lässt sich überprüfen, ob der unterschreibende Vertragspartner überhaupt vertretungsberechtigt ist.
  • Bestenfalls unterschreiben alle Vertretungsberechtigten. Das gilt auf der Mieter- aber ebenfalls auch auf der Vermieterseite.
  • Ein großer Unterschied zum Mietvertrag für Wohnzwecke besteht in dem Kündigungsrahmen. Es ist für den Vermieter leichter, eine gewerbliche Fläche zu kündigen als eine privat genutzte Wohnung. Das Recht des Vermieters, dass er nach der Modernisierung eine höhere Miete verlangen kann, entfällt bei dem Mietvertrag für Gewerbe.

Was muss bei dem Abschluss des Mietvertrag für Gewerbe beachtet werden?

  • Eine konkrete Bestimmung über den Zweck des Gewerbes gehört zwingend in einen Mietvertrag für Gewerbe. Der Vermieter muss nämlich dafür geradestehen, dass die Räume auch für den Zweck des Gewerbetreibenden geeignet sind.
  • Der Vermieter muss zum Beispiel bei der Vermietung einer Gaststätte selbst für die behördlichen Genehmigungen sorgen. Er darf das nicht auf seinen Mieter abwälzen.
  • Neben dem eigentlichen Vertrag sollten die Nebenkosten für Heizung, Strom und Wasser gesondert festgelegt werden. Das ist besonders dann wichtig, wenn der Mieter die Kosten steuerlich absetzt.
  • Der Termin für die Zahlung der Miete wird im Mietvertrag festgehalten. Das ist meistens der dritte Werktag und die Zahlung muss im Voraus erfolgen. Sollte der Mieter während der Mietzeit den Zweck seines Gewerbes ändern, dann ist das gegenüber dem Vermieter ein vertragswidriges Verhalten.
  • Auch wenn der Mieter einen Teil der Geschäftsräume ohne Einverständnis des Vermieters untervermietet, handelt er vertragswidrig. Er hat aber die Möglichkeit, den Vermieter frühzeitig um Erlaubnis zu bitten.
  • Verweigert der Vermieter das und nennt dabei keinen triftigen Grund, dann besteht für den Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Auch wenn der Mieter eine Pflicht zur Sicherung des Grundstücks unterschreibt (zum Beispiel das Streuen im Winter), obliegt dem Vermieter immer die Pflicht zu Kontrolle.