Milch - Lieferant von Milcheiweiß und Allround-Talent?

Milch gilt als ein hochwertiges und sehr nährstoffreiches Lebensmittel. Es wird neben dem hohen Kalziumgehalt vor allem auch als wichtige Milcheiweiß Quelle gepriesen.


Milch ist in Europa eines der traditionellen Lebensmittel, die in einer Vielzahl an Speisen ein fester Bestandteil ist. Seit dem 20. Jahrhundert wird sie in der Werbung als ein hochwertiges und nährstoffreiches Nahrungsmittel angepriesen, welches unerlässlich für gesunde und feste Knochen ist, gerade für Kinder und Jugendliche während der Wachstumsphase. Die Milch, die wir hauptsächlich verwenden, stammt von Kühen, seltener und eher für die Käseproduktion wird Ziegen- oder Schafsmilch verwendet. Die Milch wird ebenso, wie die Muttermilch bei Frauen, von Milchtieren für die Ernährung des Nachwuchses produziert. Die Tiere müssen also immer erst kalben, bevor sie Milch produzieren.

Nährstoffgehalt
Die Milch besteht hauptsächlich aus Wasser (87 Prozent) und Fett (etwa 4 Prozent), wobei der Fettgehalt je nach Verarbeitung zu einer bestimmten Milchsorte wieder geringer ausfällt. Außerdem sind die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Phosphor, sowie die Vitamine A, B1 und B2, sowie Vitamin C, D, und E enthalten. Das Milcheiweiß, etwa 3 bis 3, 5 Prozent, enthält ebenfalls alle essentiellen Aminosäuren und hat die biologische Wertigkeit von 86. Es eignet sich somit durchaus als gute Eiweißquelle und ist tatsächlich vom Nährwert her als hochwertig einzustufen. Problematisch wird es aber hinsichtlich des darin enthaltenen Milchzuckers Lactose.

Lactose – ein problematisches Kohlenhydrat
Allein in Deutschland vertragen mindestens 15 Prozent der Bevölkerung keine Milch oder Milchprodukte, aufgrund der darin enthaltenen Lactose. Diese Lactoseintoleranz ist darauf zurückzuführen, dass einigen Menschen das Enzym Lactase fehlt, welches benötigt wird, um den Milchzucker zu spalten. Es treten somit bei dem Konsum von Milch- oder Milchprodukten körperliche Beschwerden, wie Bauchkrämpfe, Durchfall, Verstopfung und mehr auf. Dies ist im Grunde eine natürliche Reaktion des Körpers. Der Mensch bildet nämlich, wie alle anderen Säugetiere auch, nur im Säuglingsalter das Milchspaltungsenzym. Später wird es nicht mehr benötigt, da es nicht vorgesehen ist, dass erwachsene Tiere und Menschen noch Muttermilch zu sich nehmen. Am Vergleich mit anderen Völkern sieht man sehr deutlich, dass allein der kontinuierlich steigende Milchkonsum über Jahrhunderte dazu geführt hat, dass wir Europäer uns genetisch daran angepasst haben und zum größten Teil auch im Erwachsenenalter das Enzym bilden. Die Menschen im asiatischen Raum oder indigene Völker bilden bis heute kein Lactase, da Milch traditionell nicht Teil der Ernährung ist. Leider ist es problematisch sich durch einfachen Verzicht auf Milchprodukte lactosefrei zu ernähren, da dieser Milchzucker in fast allen industriell verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt ist. Für Kleinkinder ist Milch, wie auch Ärzte bestätigen, gänzlich ungeeignet, da es für den Ausbruch vieler Erkrankungen, wie Neurodermitis, und die Auslösung von Allergien verantwortlich ist.

Die Kalziumlüge
Die Milchlobby wirbt seit Mitte des 20. Jahrhundert intensiv für Milch als wichtigsten Kalziumlieferant. Sie soll unerlässlich für den Knochen- und Zahnaufbau und deren Stärkung sein, Osteoporose und Zahnerkrankungen vorbeugen. Somit legen die Menschen sehr viel Wert auf Milch als Beitrag für ihre Gesundheit. Europa und Amerika haben den größten Milchverbrauch der ganzen Welt, doch gleichzeitig auch die höchste Rate an Osteoporose-Erkrankungen. Das widerspricht massiv den Behauptungen und sollte eigentlich zu denken geben. Viel diskutiert ist auch die Frage, ob der Körper das Milchkalzium überhaupt aufnehmen kann, da der Körper bei dem Konsum von Milchpodukten oder in Kombination mit anderen Lebensmittel häufig einen sauren PH-Wert ausgleichen muss, indem er statt das Milchkalzium aufzunehmen, die eigenen Kalziumreserven aus den Knochen und Zähnen dazu verwendet.