Milch: Von Roh- bis H-Milch

Wo bekomme ich Rohmilch und was ist eigentlich der Unterschied zwischen längerfrischer und frischer Milch? Hilfreich klärt auf.


Milch ist nicht gleich Milch – Rohmilch vom Bauern hat fast nichts mehr mit ultrahocherhitzter H-Milch zu tun. Auch die längerfrische Milch ist nicht das gleiche wie frische Milch.

Rohmilch und Vorzugsmilch
Rohmilch ist vollkommen unbehandelt und muss vor dem Trinken unbedingt abgekocht werden, da krankheitserregende Keime noch nicht durch ein Hitzeverfahren abgetötet worden sind. Beim Abkochen gehen etwa zehn bis 30 Prozent der Vitamine verloren, der Fettgehalt liegt zwischen 3,5 und 5 Prozent. Selbst im Kühlschrank hält sich die Rohmilch nur etwa zwei Tage, man kann sie nur beim Bauern direkt beziehen. In etwa das gleiche ist die Vorzugsmilch, sie ist aber im regulären Handel erhältlich. Auch sie ist nur etwa zwei Tage haltbar. Ist die Milch für Schwangere, Kleinkinder oder Säuglinge gedacht, sollte man die Milch vor dem Verzehr unbedingt abkochen.

Frischmilch
Die Frischmilch wird bei 72 bis 75 Grad für 15 bis 30 Sekunden pasteurisiert. Dadurch gehen etwa zehn Prozent der Vitamine verloren, sie kann zwischen 1,5 und 3,5 Prozent Fett enthalten. Im Kühlschrank hält sie sich ungeöffnet sechs bis zehn Tage.

ESL-Milch – die Längerfrische
ESL steht für extended shelf life, was bedeutet, dass die ESL-Milch länger haltbar als Frischmilch, aber nicht ganz so lange haltbar wie H-Milch ist. Sie wird bei 85 bis 127 Grad pasteurisiert, abhängig von der Länge der Lagerung können bis zu 25 Prozent der Vitamine verloren gehen. Die längerfrische Milch ist gekühlt etwa drei Wochen haltbar.

H-Milch
H-Milch, also haltbare Milch, wird bis zu vier Sekunden bei 135 bis 150 Grad ultrahocherhitzt, dabei gehen etwa 20 Prozent der Vitamine verloren. Wird die H-Milch lange gelagert, können alle Vitamine verloren gehen. Auch ungekühlt ist die H-Milch mindestens sechs Wochen, manchmal sogar sechs Monate haltbar. Geöffnet wird die H-Milch aber wie jede andere Milch auch nach drei bis fünf Tagen sauer.

Bio-Milch
Kauft man Bio-Milch kann man sicher sein, dass die Kühe mit ökologisch angebautem Futter verköstigt wurden, das keine gentechnisch veränderten Zutaten, hinzugefügten Aromen oder Vitamine enthält. Auch wurden die Tiere im jeden Fall artgerecht gehalten.

Kondensmilch
Um die Keime abzutöten, wird die Milch für zehn bis 25 Minuten auf 85 bis 100 Grad erhitzt, anschließend wird die Kondensmilch durch Wasserentzug eingedickt. Der Fettgehalt liegt zwischen vier und zehn Prozent, Kondensmilch ist etwa ein halbes Jahr haltbar.

Buttermilch
Buttermilch hat einen äußerst niedrigen Fettgehalt, der bei höchstens einem Prozent liegt. Alle anderen Nährstoffe der Milch sind fast vollständig erhalten, sie hat einen leicht säuerlichen Geschmack und ist dickflüssig. Ihren Namen hat die Buttermilch daher, dass sie als Nebenprodukt bei der Butterherstellung abfällt.