Milz- und Thymuspeptide für das Immunsystem

Für unser Verständnis ist es vorteilhaft zwischen einem angeborenen und dem adaptiven Immunsystem zu unterscheiden. Milz- und Thymuspeptide spielen hier bei eine wichtige Rolle.


Alles Lebendige muss sich seit seiner Entstehung ständig gegen angreifende Mikroorganismen behaupten. Diese Herausforderung führte in der Evolution zur Entwicklung von Abwehrstrategien, die systematisch als Immunsystems (IS) zusammengefasst werden. Für unser Verständnis ist es vorteilhaft zwischen einem angeborenen und dem adaptiven IS zu unterscheiden. Das angeborene IS hat die Aufgaben eine frühe Abwehrlinie gegen angreifende Mikroorganismen zu bilden und das adaptive IS über den Angriff zu informieren.

 

Stärkung des Immunsystems?

Diese Funktion erfolgt über den „Toll-Signalweg“, der evolutionär schon vor der Entstehung des angeborenen und adaptiven IS existierte und bei Tieren und Pflanzen gefunden wird. Die phagocytischen Zellen, z.B. die Makrophagen, sind eine weitere wichtige Gruppe des angeborenen IS. Sie stammen möglicherweise von amöbenähnlichen Einzellern ab. Alle „höheren“ Wirbeltiere sind zu einer adaptiven Immunantwort fähig, die durch Lymphozyten vermittelt wird. Diese Zellen besitzen durch Gen – Umlagerungen einen flexiblen Abwehrmechanismus. Zwei Hauptgruppen von Lymphozyten, die B-Lymphozyten (B-Zellen) und die T-Lymphozyten (T-Zellen) werden unterschieden. Die B-Lymphozyten differenzieren nach ihrer Aktivierung zu Plasmazellen. Bei den T-Lymphozyten sind wiederum zwei Klassen zu unterscheiden, die bei einer Aktivierung einerseits zu cytotoxischen T-Zellen (Abtötung von Viren) oder andererseits zu steuernden T-Zellen für die Aktivierung von B-Zellen oder Makrophagen differenzieren.

Knochenmark und Thymuspeptide – lymphatische Organe
Der Ursprung aller Immunzellen ist die pluripotente hämopoetische Stammzelle im Knochenmark. Neben den Granulozyten und Erythrozyten entwickeln sich auch die B-Zellen im Knochenmark weiter. Sie durchlaufen ein Differenzierungsprogramm, das durch den Umbau von Segmenten der Immunglobulingene gekennzeichnet ist. Das Ergebnis sind die verschiedenen Antigenrezeptoren. B-Zellen werden lebenslang produziert. Die Vorläufer der T-Zellen verlassen das Knochenmark und absolvieren ihr Differenzierungsprogramm im Thymus. Diese Entwicklung lässt sich anhand der Expression von Merkmalen verfolgen (CD44, CD25, CD3, CD4, CD8). Die Reifung hängt vom jeweiligen Milieu der Stromazellen im Thymuscortex ab und wird von einem strikten Eliminationsprozess begleitet. Zellen mit ungeeigneter Rezeptor-Spezifität sterben ab. Die Bildung der T-Zellen verlangsamt sich nach der Pubertät. Die Thymusdrüse besitzt im mittleren Lebensalter des Menschen nur noch ungefähr 15% seiner maximalen Größe. Obgleich die Anzahl der T-Zellen sich mit Altern nicht verringert, so vermindert sich Funktionsfähigkeit. Somit sind auch die Funktionen des IS beeinträchtigt, die durch die T-Zellen gesteuert werden.

 

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Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Torsten-U. Niecke verantwortlich.