Wer kennt es nicht: Man muss einen Vortrag halten und verfranst sich komplett zwischen seinen Notizen, den Folien und den Beispielen, die man zusammen mit den Mitschülern durcharbeiten wollte. Mitschriften sind zwar eine gute Idee, jedoch sprechen sie nur das logische Denken an, beim Mind Mapping werden die beiden Gehirnhälften gleichermaßen gefordert.
Diese unglaubliche Lerntechnik der Gedankenlandkarten wurde vom Engländer Tony Buzan wiederentdeckt, bereits im Mittelalter half diese Methode Menschen Klarheit in ihre Gedanken zu bringen.
Prinzipien des Mind Mappings
Mind Mapping ist eine Visualierungstechnik, die Gedanken bildlich darstellt und es so erlaubt, dass man zwischen mehreren Ideen logische Verbindungen herstellen kann. Das Besondere daran ist, dass visuelle und sprachliche Inhalte miteinander verknüpft werden, sodass beide Gehirnhälften zugleich aktiviert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich an das Gelernte später auch wieder erinnern kann, ist somit viel höher als sich nur auf Notizen zu verlassen. Mithilfe einer Mind Map entsteht ein komplexes Bild der eigenen Gedankengänge, die verschiedene Sachverhalte zueinander in Beziehung setzt. Das Erstellen einer Gedankenlandkarte funktioniert assoziativ und ist eher spielerisch angelegt. Im Vornherein ist nichts außer dem Thema festgelegt, sodass der Prozess neue Ideen zutage fördert und neue Möglichkeiten aufzeigt.
Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
Die Anwendungsmöglichkeiten des Mind Mappings sind schier unbegrenzt. Alles, was organisiert und strukturiert werden muss, kan mithilfe einer solchen Landkarte verwaltet werden. Auch als Lerngrundlage ist eine Mind Map ideal. Sie können beispielsweise bei Mitschriften, Brainstormings oder Meetings wertvolle Hilfestellungen geben. Auch im Alltag lassen sie sich einbauen, legen Sie statt einer To-do-Liste doch einmal eine To-do-Map an. Präsentationen, Ziel- und Aufgabensetzungen oder Protokolle erhalten einen strukturierten Rahmen.
Eine Mind Map erstellen
Wie wird nun eine Mind Map – auch als Assoziogramm bezeichnet – angelegt? Dazu benötigen Sie zunächst ein Blatt unliniertes Papier. A4 oder größer ist ideal. Legen Sie es quer, sodass Sie mehr Platz zur Verfügung haben. Es wird in der Mitte begonnen und sich nach außen hin vorgearbeitet. In das Zentrum kommt ihr Thema also beispielsweise „Referat Indianer“ oder Ähnliches. Dieses sollten Sie einkreisen. Nun legen Sie Hauptäste (Linien) an, die von dem Kreis wegführen. Diese betiteln Sie mit Schlüsselwörtern also etwa „USA“, „Verfolgung“, „Kultur“ oder „Filme“. Es folgt eine weitere Ebene, an jeden einzelnen Hauptast werden nun weitere Linien angefügt, auch diese erhalten prägnante Überschriften. Etwa für den Hauptast „USA“: „Stämme“, „Reservate“, oder „Geschichte“. Je nachdem wie sich die Ideen entwickeln, können weitere Ebenen hinzugefügt werden. Um die Äste zu beschreiben, sollten Sie einfache Schlüsselwörter verwenden, die es Ihnen ermöglichen, einen Inhalt damit zu verbinden. Einzelne Äste können nun noch farblich hervorgehoben werden. Des Weiteren sollte mit Hervorhebungen, Groß- und Kleinschreibung und Durchstreichungen gearbeitet werden, um für noch mehr Übersichtlichkeit zu sorgen.
Mind Mapping in der Schule
Bei Kindern kann so eine Lerntechnik helfen, Ordnung in das Kopf-Chaos zu bringen. Der Prozess sollte vor allem Spaß machen und die Kinder nicht überfordern. Sollen etwa Ideen für ein Projekt gesammelt werden, kann eine Gedankenlandkarte helfen, sich der einzelnen Aspekte besser bewusst zu werden.