Mit dem Belastungstest Laktoseintoleranz testen

Leiden Sie oft an Durchfall oder Bauchkrämpfen, kann es sich um eine Magenverstimmung oder um Milchzuckerunverträglichkeit handeln - der Belastungstest schafft Gewissheit.


Laktoseintoleranz ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker besteht. Dieser kommt in Milch und Milchprodukten vor und kann von den Betroffenen nicht oder nur unvollständig gespalten werden, da ihnen das Enzym Laktase fehlt. Bei gesunden Personen wird der Zweifachzucker Laktose im Dünndarm durch das Enzym in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose gespalten, welche Zellen und Organe mit Energie versorgen. Fehlt die Laktase jedoch, so gelangt ein großer Teil des Milchzuckers unverdaut in den Darm und kann dort Gärprozesse stattfinden lassen. Die typischen Symptome sind Durchfall, Blähungen, Magenkrämpfe und Erbrechen. Auch Müdigkeit, depressive Verstimmungen oder Konzentrationsschwierigkeiten zählen zu den auftretenden Beschwerden. Erfolgt keine Behandlung, so kann der Dünndarm geschädigt werden und dadurch die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stark erschweren. Durch einen Belastungstest kann die Frage nach einer bestehenden Milchzuckerunverträglichkeit geklärt werden.

Diätphase

  • Besteht Verdacht auf Laktoseintoleranz, so müssen zunächst über mehrere Tage hinweg Produkte, in denen Laktose enthalten ist (Achtung auf versteckte Laktose in Wurst- oder Backwaren), vermieden werden.

 

  • Treten während der laktosefreien Diät keine Beschwerden auf, so ist anzunehmen, dass eine Intoleranz vorliegt.

 

Der Belastungstest

  • Besteht Verdacht auf Unverträglichkeit, wird nach dem Ende der Diätphase der Laktosebelastungstest (Expositonstest) durchgeführt; dazu muss nüchtern eine gewisse Menge an Laktose (Erwachsene etwa 50 Gramm Laktose in 400 Millilitern Wasser, Kinder etwa zwei Gramm Laktose pro Kilogramm Körpergewicht) in Wasser aufgelöst und getrunken werden.

 

  • Danach erfolgt sofort eine Blutabnahme, gefolgt von vier weiteren Blutentnahmen im Abstand von jeweils einer halben Stunde. Wenn der Blutzuckerspiegel nur gering oder gar nicht ansteigt, so kann ein primärer (im Alter langsam abnehmende Laktaseaktivität) oder sekundärer (Erkrankungen des Dünndarms wie Zöliakie) Laktasemangel vorliegen; die Ursache dafür kann jedoch auch in einer verzögerten Magenentleerung oder einer verstärkten Glukoseaufnahme in das Gewebe bestehen.

 

  • Neben dem Belastungstest besteht auch noch die Möglichkeit des H2-Atemtests, des Blutzuckertests oder des genetischen Tests.

 

  • Bei dem völligen Fehlen des Enzyms Laktase ist laktosefreie Ernährung (höchstens ein Gramm Laktose/Tag) unumgänglich, bei einem Laktasemangel ist auf laktosearme Nahrung ( acht bis zehn Gramm Laktose/Tag) zu achten.