Mit dem Weißdorn (Crataegus) gegen Herzbeschwerden

Das Naturheilmittel Weißdorn kann effektiv gegen Herzbeschwerden und Bluthochdruck eingesetzt werden. Studien zeigen den Erfolg.


Auch wenn schon die Römer den zu den Rosengewächsen gehörenden Weißdorn kannten, setzten sie die Pflanze ausschließlich für Tempelriten ein. In der Traditionellen Chinesischen Medizin kennt man die heilende Wirkung nachweislich bereits seit 659, auch indianische Ureinwohner kennen den Weißdorn als Heilpflanze schon lange. In Mitteleuropa erkannte man die Wirkung bei Herzbeschwerden erst im 14. Jahrhundert.  

 

Studien zeigen Erfolge

In mehreren kleineren Studien konnten die positiven Effekte des Weißdorns auf Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in den letzten Jahren nachgewiesen werden. Einen großen Durchbruch erbrachte die im Jahre 2005 beendete und inzwischen ausgewertete „Spice-Studie“ (Survival and Prognosis Investigation of Crataegus Extrakt WS 1442), in der 2681 Patienten mit einer verminderten Herzauswurfleistung (< 35 Prozent) über 24 Monate entweder Weißdorn oder Placebo (Kontrollgruppe) zusätzlich zu den schulmedizinisch notwendigen Medikamenten einnahmen. Bereits nach zwölf Wochen verbesserten sich bei den Patienten, die Weißdorn einnahmen, massiv die Belastungsdyspnoe (Luftnot bei Anstrengung), Herzpalpitationen (verstärkte Wahrnehmung des Herzschlages) und allgemeine Leistungsfähigkeit. Für eine große Überraschung sorgte die Tatsache, dass Crataegus in den ersten 18 Monaten (nicht mehr nach zwei Jahren!) statistisch signifikant (Risikoreduktion 20 Prozent, p = 0,02) vor dem plötzlichen Herztod schützte, insbesondere bei Patienten mit einer Herzpumpleistung über 25 Prozent. Trotz dieser nachgewiesenen Senkung der Mortalität bleiben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen (ohne naturheilkundlichen Spezialtarif) derzeit auf den Kosten des Präparates sitzen.

 

Wie wirkt Weißdorn?

Durch Beeinflussung des Enzyms der „Na+/K—ATPase“ kommt es offensichtlich nicht nur zu einer Steigerung der Herzmuskelkraft (positiv inotrop), sondern auch zu einer Erweiterung der Herzkranzgefäße durch den Anstieg von Stickstoffmonoxid (NO). Insbesondere entfaltet Weißdorn seine Wirkung gegen Herzrhythmusstörungen und dies ohne bekannte Nebenwirkungen! Auch vielen Menschen mit stressbedingten Herzproblemen hilft der Weißdorn vermutlich durch seinen positiven Einfluss auf das Stresshormon Noradrenalin.

 

Wann ist Weißdorn tabu?

Auf keinen Fall aber sollten Weißdornextrakte zusammen mit Digitalisglykosiden, ebenso nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden. Nur Dosierungen von 900 bis maximal 1800 mg pro Tag eines Crataegus-Extraktes WS 1442 haben langfristig eine nachgewiesene Wirkung.

 

Immer mit dem Arzt Rücksprache halten

Am besten nimmt jeder Patient vor der ersten Einnahme des Weißdorns mit seinem naturheilkundigen Arzt Rücksprache. Bestehen Herzbeschwerden sollte sich natürlich jeder Patient von seinem Arzt untersuchen lassen und nicht blind den Vorteilen des Weißdorns vertrauen.

 

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser: Dr. med. Dietmar Katholnigg verantwortlich.