Mit einer Knieprothese wieder zur alten Leistungsstärke

Wenn im Knie zu viel beschädigt ist, wird meistens eine Knieprothese empfohlen. Heutzutage sind die Fortschritte schon so groß, dass man kaum einen Unterschied bemerkt


Ist das Kniegelenk stark beschädigt, wird häufig eine Knieprothese notwendig. Diese können heute schon mit nur geringem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden. Vorraussetzung ist, dass das Gelenk nur teilweise geschädigt ist. Dem Träger können durch eine Prothese Schmerzen und Beschwerden genommen werden. Die alte Leistungsfähigkeit des Gelenkes wird mit diesem Eingriff wieder hergestellt.

 

So funktioniert das Knieglenk
Den Funktionsmechanismus des Kniegelenks bezeichnet man als Roll-Gleit-Gelenk. Das heißt, dass der Unterschenkel beim Gehen um den Oberschenkelknochen herum und dann nach vorne gleitet. Knieprothesen werden nach ihrem Koppelungsgrad eingeteilt. Je höher der Kopplungsgrad ist, desto mehr muss die Prothese von den ursprünglichen Funktionen des Bandapparats im Kniegelenk übernehmen. Folgende Formen von künstlichen Gelenken werden unterschieden:

1. Uniknie
Diese Prothese wird dann eingesetzt, wenn lediglich eine Schädigung des Gelenkknorpels, beispielsweise durch eine Arthrose, an einem der beiden Knochen vorliegt. Die Bänder des Knies sind in diesem Fall weiterhin voll funktionstüchtig.

2. Bikondyläre Primärprothese
Diese Prothese wird eingesetzt, wenn nur das vordere Kreuzband beschädigt ist. Die anderen Bänder erfüllen in diesem Fall weiterhin ihre Funktion. Bei der Einsetzung müssen die Menisken entfernt werden.

3. Posterior Stabilisierte Prothese (PS-Knie)
Ist sowohl das vordere, als auch das hinteres Kreuzband so stark geschädigt, dass es ersetzt werden muss, übernimmt das Knieimplantat die Funktionen beider Kreuzbänder.

4. Achsgeführte Rotationsprothese
Diese Prothese wird eingesetzt, wenn zwar sowohl Kreuz- als auch Seitenbänder beschädigt sind, die Gelenkkapsel und der Muskelapparat aber noch arbeiten. Das künstliche Gelenk stabilisiert das Gelenk in sämtliche Richtungen und erlaubt auch die Drehung des Fußes.

5. Achsgeführtes Knie
Bei einer starken Schädigung des gesamten Knieapparats – Kapsel, Muskelapparat und Bänder – wird diese Prothese eingesetzt. Das Kniegelenk muss so stark stabilisiert werden, dass das Drehen des Fußes eingeschränkt wird, nur eine Bewegung des Knies nach vorn und hinten ist möglich. In diesem Fall ist der Knochen meist stark beschädigt. 

 

Knieprothese: Informationen

Eine Knieprothese wird meist aus einer Kobalt-Chrom-Gußlegierung hergestellt. Für Patienten mit Nickelallergie können auch Gelenke aus Titan verwendet werden. Die Gleitflächen sind in der Regel aus einem Material namens Ultra Hochmolekulares Polyethylen (UHMWPE) hergestellt.

Das künstliche Implantat muss am Knochen verankert werden. Dazu wird Knochenzement benutzt. Wird eine Verankerung ohne Knochenzement bevorzugt, muss das künstliche Gelenk mit einer speziellen Beschichtung versehen werden, die das Anwachsen des Knochens fördert. Bis das Implantat sicher eingewachsen ist, klemmt es lediglich auf dem Knochen fest, der vorher so vorbereitet wird, dass die Prothese sicher auf ihm sitzt.