Mit IGe-Leistungen privat vorsorgen

Wer mehr für seine Gesundheit machen will, der sollte mit IGe privat vorsorgen.


Der Bedarf nach einer umfassenden gesundheitlichen Versorgung steigt immer weiter. Ungeachtet steigender Ausgaben und sinkender Leistungen sind Patienten bereit, für medizinische Versorgung und Präventivmaßnahmen das private Portemonnnaie zu öffnen. Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden, nennt man IGe-Leistungen – individuelle Gesundheitsleistungen, häufig findet man auch den Begriff „Selbstzahler-Leistungen“. Wer daher mehr für seine Gesundheit tun will, der sollte mit IGe privat vorsorgen.

Zweckmäßig und wirtschaftlich
Das System der gesetzlichen Krankenkassen funktioniert nach dem Prinzip der Solidarität. Es wird in einen großen Topf eingezahlt, aus dem alle Mitglieder gleichwertig versorgt werden müssen. Damit es hier nicht zu Ungerechtigkeiten kommt, hat der Gesetzgeber allgemeine Richtlinien festgelegt, was von den Kassen bezahlt werden darf und was nicht. Diese Kriterien finden sich im Sozialgesetzbuch V im § 12. Grob zusammengefasst lässt sich sagen, dass alle Untersuchungen, Therapien und Impfungen übernommen werden, die „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sind. Was nun als wirtschaftlich gilt, ist wiederum im EBM festgehalten, einem Regelwerk, in dem alle Leistungen der Krankenkasse verzeichnet sind.
Alle Diagnose- oder Behandlungsmethoden, die über die Basisversorgung hinausgehen, müssen privat vom Patienten bezahlt werden. Hierfür schließen Arzt und Patient einen privaten Behandlungsvertrag ab. Ein solcher Vertrag basiert auf der Gebührenordnung für Ärzte (GÖA).

Mit IGe privat vorsorgen - Notwendig oder überflüssig?
Viele Leistungen werden vom Arzt empfohlen, gehören aber nicht zur Basisversorgung der Kassen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen der Krebs-Früherkennung, Reiseimpfungen oder gesundheitliche Check-ups wie ein Langzeit-EKG. Weitere mögliche IGeLs:

  • HIV-Test
  • Aufbewahrung von Nabelschnurblut
  • HPV-Screening
  • Rauchervorsorge
  • Ausstellung von Attesten
  • Aufbewahrung Patiententestament
  • Blutgruppenbestimmung
  • Zusätzliche Untersuchungen in der Schwangerschaft

Am häufigsten werden Ultraschalluntersuchungen innerer Organe, Augeninnendruckuntersuchungen, ergänzende Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Frauen gewünscht und durchgeführt. Dabei kann festgestellt werden, dass Fachärzte ein breiteres Spektrum solcher Leistungen anbieten als Haus- oder Allgemeinärzte.
Ist man sich unschlüssig, ob man eine ergänzende Leistung in Anspruch nehmen sollte oder nicht, lohnt es sich, sich selbst folgende Fragen zu stellen:

  • Welcher Nutzen ergibt sich für mich?
  • Warum ist die IGeL keine Kassenleistung?
  • Wie gut ist die betreffende Methode geprüft?
  • Welche Risiken sind mit der Untersuchung verbunden?

Sich nichts „aufschwatzen“ lassen
Wenn Ihnen Ihr Arzt eine IGeL empfiehlt, sollten Sie gründlich darüber nachdenken. Lassen Sie sich alle Kosten und Einzelheiten genau erklären und fragen, warum die betreffende Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll wäre. Ist die Untersuchung sinnvoll, können die Behandlungskosten sogar steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung: Ihr Arzt muss dies schriftlich bestätigen. Fragen Sie auch Ihre Krankenkasse, ob sie die Kosten doch übernehmen würde.

Alternative Private Krankenversicherung?
Im Allgemeinen bezahlen die Privaten Krankenkassen IGe-Leistungen. Dennoch sollten Versicherte zunächst mit ihrem jeweiligen Ansprechpartner Kontakt aufnehmen, um ganz sicherzugehen.