Mit Myrrhe gegen chronische Darmerkrankung vorgehen

Schon lange wird in der ayuvedischen (indischen) Medizin Myrrhe gegen entzündliche Krankheiten wie Rheuma, Arthritis und Leiden wie eine chronische Darmerkrankung eingesetzt.


„Die Weisen traten in das Haus ein und schauten das Kind mit seiner Mutter Maria, fielen nieder und huldigten es. Dann öffneten sie ihre Schätze und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ hören wir jedes Jahr zu Weihnachten aus dem Matthäusevangelium (Mt 2, 11). Diese dargebrachten Gaben waren damals sehr wertvoll und hatten eine hohe religiöse und kultische Bedeutung, wobei man bereits vor 3000 Jahren im alten Ägypten Myrrhe zur Einbalsamierung nutzte. Als Heilpräparat tauchte Myrrhe aber erstmalig auf der Apothekenliste des Kloster Andechs im 15. Jahrhundert auf.

 

Myrrhe vielseitig einsetzbar
Myrrhe ist ein heute in Ostafrika, Arabien und Indien vorkommendes Baumharz, das zu den Weihrauchbaumgewächsen gehört, was bereits auf seine enge Verwandtschaft zu der im Matthäusevangelium erwähnten anderen Gabe Weihrauch hinweist. Während Myrrhe aufgrund seiner guten desinfizierenden Wirkung gerne zum Beispiel von griechischen Winzern benutzt wird, um ihren bekannten Retsina-Geschmack zu erzeugen, kann sie medizinisch gut als Tinktur gegen Aphthen, Zahnfleischentzündungen und Parodontose eingesetzt werden. Auch über die Anwendung bei Hauterkrankungen wie bei der Psoriasis (Schuppenflechte) gibt es positive Erfahrungsberichte.

 

Chronische Darmerkrankung: Myrrhe eine Alternative
Schon lange wird in der ayuvedischen (indischen) Medizin Myrrhe gegen entzündliche Krankheiten wie Rheuma, Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen eingesetzt. Gerade bei solchen Leiden wie chronische Darmerkrankungen, etwa Morbus Crohn und Colitis ulzerosa bietet die Myrrhe, wie erste Studien zeigen, eine echte Alternative zur Standardtherapie mit Sulfasalazin. So waren nach sechs Wochen Behandlungszeit von Colitis ulzerosa-Patienten im akuten Schub 80 Prozent der mit Myrrhe behandelten und 100 Prozent der mit Sulfasalazin behandelten Patienten beschwerdefrei.

 

Hoch dosieren
Inzwischen gelang es auch, den Wirkmechanismus dieses Weihrauchbaumgewächses zu identifizieren: Es hemmt die Leukotriene, körpereigene Botenstoffe, die Entzündungen vermitteln und aufrecht erhalten. Gleichzeitig wird auch die Zahl der weißen Blutkörperchen reduziert und damit die Synthese von Antikörpern gehemmt. Gerade beim Effekt auf die Leukotriene ist aber eine ausreichend hohe Dosierung erforderlich, um nicht einen gegenteiligen Effekt auszulösen.

 

Vor Einnahme mit dem Arzt sprechen
In Deutschland sind hierfür Dragees zugelassen, die neben Myrrhenharz zum Beispiel die gasbindende Kaffeekohle und die krampflösende Kamille enthalten. Auf keinen Fall aber sollten Myrrhenpräparate von Schwangeren, Stillenden und Niereninsuffizienten eingenommen werden. Trotz Rezeptfreiheit sollte jeder Patient deswegen vor der ersten Einnahme des Myrrhenharzes mit seinem naturheilkundigen Arzt Rücksprache nehmen.

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Dietmar Katholnigg verantwortlich.