Mit Stipendien Studium finanzieren

Nicht nur Hochbegabte können sich auf Stipendien bewerben und so ihr monatliches Budget erweitern.


Statt auf reiche Eltern, Nebenjobs oder das BAföG zu setzen, besteht für junge Menschen die Möglichkeit, sich ihr Studium mithilfe von Stipendien zu finanzieren. Durch ein Stipendium finanziell unterstützt werden kann prinzipiell jeder – eine Hochbegabung ist hierfür nicht nötig. Ein Stipendium kann dabei helfen, das Studium zumindest teilweise zu finanzieren und macht zudem auf dem Lebenslauf deutlich mehr her als der Nebenjob als Kellnerin. Zudem muss man, anders als beim BAföG, bei einem Stipendium nichts zurückzahlen.

Welche Stiftung?
Wer überlegt, sich auf ein Stipendium hin zu bewerben, hat die Wahl zwischen vielen verschiedenen Stiftungen. So gibt es zum einen parteinahe Stiftungen aber auch viele andere große Stiftungen wie beispielsweise die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Stiftung der Deutschen Wirtschaft oder die Hans-Böckler-Stiftung. Zum anderen finden sich viele kirchliche Institutionen, Städte- oder regionenbezogene Stiftungen oder auch Universitätsstiftungen. Bei einem Stipendium handelt es sich dabei keinesfalls nur um Begabtenförderung – nicht nur Noten zählen, sondern auch das erbrachte Engagement. Auf was besonders großen Wert gelegt wird, variiert je nach Art der Stiftung. Parteinahe Einrichtungen sehen gern politisches Engagement, bei kirchlichen Stiftungen steht eher soziales oder kirchliches Engagement im Vordergrund. Gerade kleinere Stiftungen fördern oft nur spezielle Studiengänge oder Studenten an ausgewählten Hochschulen. Am besten fragt man hierfür an der eigenen Hochschule nach.

Höhe der Förderung
Die Höhe der finanziellen Förderung kann schwanken, so wird bei manchen Stiftungen nur Büchergeld erstattet, bei anderen kann man allein durch ein Vollstipendium seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Summe kann aber auch vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Der Förderhöchstbetrag liegt derzeit bei 525 Euro, das Büchergeld bei 80 Euro pro Monat. Für Doktoranden liegt die Summe noch höher, zudem kann man Preise oder Prämien für wissenschaftliche Arbeiten erlangen. Als Gegenleistung fordern die diversen Stiftungen meist Berichte über den Fortgang des Studiums sowie eventuell die Anwesenheit bei Veranstaltungsreihen der Stiftung.

Wie bewerben?
Zwar gibt es auch Stiftungen, bei denen man sich nicht eigenständig bewerben kann, sondern von anderen vorgeschlagen werden muss, doch bei den meisten Stiftungen ist eine Bewerbung der erste Schritt zum Stipendium. Hiernach folgt ein Auswahlverfahren, das von Stiftung zu Stiftung variiert.

Kritik
Derzeit erhalten etwa 40.000 der zwei Millionen Studenten eine finanzielle Förderung durch ein Stipendium. Viele der Studenten kommen jedoch aus wohlhabenden Familien, wonach die Stipendien also nicht für mehr soziale Gleichheit sorgen, sondern stattdessen die soziale Ungleichheit verstärken.