Mode der achtziger Jahre: Der Bad Taste ist zurück

Vor ein paar Jahren noch waren viele froh, die achtziger Jahre und ihre Mode hinter sich gelassen zu haben. Heute feiern wir ein wahres Eighties-Revival.


Die Achtziger und ihre Mode liegen gefühlt noch gar nicht lange zurück – und doch stecken wir mitten in einem Eighties-Revival. Aber Gott sei Dank wurde nicht jede Modesünde aufgegriffen: Geschmacksverirrungen wie die Karottenhose und das Netzhemd dürfen in der Mottenkiste bleiben.

Die Marke zählt

  • Niemals zuvor war die Mode so markenorientiert wie in den achtziger Jahren. Poppern und Yuppies, beides übrigens Phänomene der achtziger Jahre, war es sehr sehr wichtig, korrekt gekleidet zu sein – und so zu vermitteln, dass sie wohlhabend waren. Am einfachsten ging das, indem man Marken zur Schau stellte, auf Polohemden, Pullovern oder Turnschuhen – hauptsache, man konnte sehen, dass hier jemand Geld hatte. 
  • Popper, also Jugendliche Mitte der Achtziger, die sich durch einen konservativen Kleidungsstil, Hedonismus und den unbedingten Wunsch, Karriere zu machen, von Gleichaltrigen abhoben, waren also typischerweise überkorrekt gekleidet: Pastell- und Cremefarben, edle Materialien sowie die „richtigen“ Marken zeichneten ihren Kleidungsstil aus. Yuppies, also Young Urban Professionals, waren ebenfalls typisch für die achtziger Jahre, die im Rückblick oft als Yuppie-Jahrzehnt bezeichnet werden. Ihr Stil war geprägt von edlen Materialien und einem großen Markenbewusstsein, das von vielen auch als Markenwahn betrachtet wurde. 

Grell und bunt: Das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks

  • Doch neben dem eher klassischen Geschmack der Popper und Yuppies trug die große Mehrheit, was ihnen eben gefiel. Wie sonst kann man die Beliebtheit von Netzhemden, Neonfarben, Schulterpolstern, weißen Sportsocken, Vokuhilafrisuren und Karottenhosen erklären? 
  • Die Fotos, auf denen Modesünden dokumentiert sind und für die sich viele heute schämen, sind meist aus den Achtzigern – schließlich wurde in dieser Dekade viel experimentiert, frei nach der Devise: Anything goes. Die weibliche Silhouette wurde mit den Schulterpolstern „vermännlicht“, Accessoires aus Plastik in Knallfarben und Rüschensocken waren nicht nur bei Teenagern, sondern auch bei erwachsenen Frauen Pflicht – nichts war zu bunt oder zu grell.

Zurück in die Vergangenheit: Das trägt man heute noch

  • Die Achtziger und ihre Mode sind wieder da – zwar in leicht abgemilderter Form, aber dennoch sehr präsent. Auch wenn nicht jede Modesünde der Dekade wiederholt wird, so finden sich doch genügend Anleihen an die bunten Achtziger: Leggings, Legwarmer, Stulpen, oft in Kombination mit Schlabberpullis, die man heute etwas eleganter „Oversized“ nennt.
  • Auch der Neontrend wurde wieder aufgegriffen – allerdings sieht man den vor allem im Nachtleben bei hippen Indiekids, die auch vor Söckchen mit Spitze und modernen Varianten der Vokuhilafrisur keinen Halt machen. Weniger Modemutige tragen den Einfluss der Achtziger durch Polohemd oder knöchelhohe Turnschuhe sichtbar zur Schau.