Mode der siebziger Jahre: Hippies, Disco oder Punk?

Zwar war die Mode der Siebziger immer noch vom Hippie-Stil geprägt, wurde jedoch zuerst durch die Disco-Bewegung und dann durch die Punks abgelöst.


Die Hippiebewegung rettete sich aus den Sechzigern in das nächste Jahrzehnt herüber. Doch auch andere Strömungen prägten die Siebziger. Die Discobewegung war vor allem bunt und schrill, die Punks dagegen düster und politisch. Die

Hippies bleiben präsent

  • Die Hippies und ihr Modestil, der sich schon Ende der sechziger Jahre verbreiten konnte, war auch in den siebziger Jahren prägend für die Mode der Zeit. Batik, Flowerpower, also Blumen auf verschiedenen Kleidungsstücken, Rüschen, weite Hemden, Schlaghosen, aber auch indische Kleidung und psychedelische Farben prägten die ersten Jahre der Dekade. Dazu trugen Mann wie Frau lange Haare. Bei den Männern setzten sich außerdem Koteletten und Oberlippenbärte durch. Das Motto der Hippies war klar: „Make Love not War“. 
  • Die Antikriegsbeweung drückte ihren Protest durch den Military Look aus. Was zunächst widersprüchlich klingt, ist eigentlich ganz logisch: Man machte sich die Kleidung der Armee zu eigen und veränderte sie so, dass deutlich wurde, wie man zu Krieg und Bundeswehr stand. Die Parkas wurden mit Antikriegsaufnähern oder Bemalungen versehen, um die eigene oppositionelle Haltung zu manifestieren. Auch sah man verstärkt junge Menschen mit dem Palästinenser-Tuch (kurz: Palituch), das schwarzes oder rot mit dem Hahnentrittmuster verziert ist. Auch hierhinter stand eine – wenn auch simple – politische Botschaft. Man trug es, um auszudrücken, dass man mit den politischen Verhältnissen allgemein unzufrieden war. 

Bunt, bunter, Disco

  • Ab Mitte der siebziger Jahre erfasste die Discowelle Deutschland. Anders als bei den Hippies ging es den Discoanhängern jedoch um keine politische Botschaft – sondern nur um Party und um Spaß. Dementsprechend bunt war der Trend – es geht vor allem darum aufzufallen. Glitter, Strass und aufwändige Verzierungen gehörten zu jedem Outfit, genau wie hohe Plateauschuhe, glänzende Materialien, und hautenge, schrille Schnitte. Catsuits – also die hautengen Ganzkörperanzüge für Frauen, die kein Gramm Fett verzeihen – kamen in der Disco-Ära auf. Wer sich dem Discostil entsprechend kleiden will, schaut sich am besten John Travolta in „Saturday Night Fever“ an. 

Gegen den Kommerz: Punk

  • Zum Ende der Dekade kam als Gegenreaktion zu den Hippies und den Disco-Anhängern der Punk auf – mehr als nur Anhänger einer Musikrichtung waren Punks politisch und gegen das System, gegen den Staat und gegen Kommerz: Ihr Kleidungsstil war vom DIY (Do It Yourself)-Gedanken geprägt – statt Kleidung fertig zu kaufen, veränderte man sie, mit Sicherheitsnadeln, Rissen oder Aufnähern mit provozierenden Sprüchen. 
  • Auch Hundehalsbänder, Schottenmuster, Röhrenjeans, Lederjacken und Leder- oder gar Springerstiefel sowie Nieten und Buttons waren typisch. Zur Anti-Mode der Punks gehörten buntgefärbte Haare und zerrissene Kleidung. Auch die Punkbewegung griff übrigens auf Kleidungsstücke aus der Militärzeit zurück: Bundeswehrparkas und -hosen galten als praktisch, da sie günstig zu bekommen waren und gleichzeitig unverwüstlich waren. 

Revival der siebziger Jahre

  • Die siebziger Jahre und die Hippie Mode erleben immer wieder modische Comebacks. Auch diesen Sommer wird man die typischen extragroßen Sonnenbrillen und Trompetenärmel sehen. 
  • Ebenso trendig und darüber hinaus bequem sind fließende Stoffe an Kleidern und Blusen, die mit Blumenmustern verziert sind. Passende Accessoires für den Siebzigerlook sind Kopftücher und übergroße Gürtel.